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Wegweiser

Pirschfahrten im Gebiet des Nossob Rest Camp

Unser nächstes Ziel war das Nossob Rest Camp, wo wir auf der Hinfahrt schon eine Nacht verbrachten. Diesmal wollen wir dort zwei Nächte bleiben, um die Umgebung zu erkunden.  Gerne wären wir länger in Gharagab geblieben, aber leider geht auch ein langer Urlaub einmal dem Ende entgegen, wir müssen weiter.

Da die Nächte im Juni immer kälter werden ließen wir es langsam angehen. Wir gaben der Sonne eine Chance den Ofen anzuschmeißen, um sich dann bei einem gemütlichen Frühstück nochmals an der Landschaft zu erfreuen. Leider wollte die Tierwelt auch nicht aus den Federn kommen und das morgendliche herumtollen der Springböcke blieb aus. Entweder waren Raubtiere in der Umgebung oder den Kerlen war es auch zu kalt!

Gestärkt mit Rührei, Wurst und Käse machten wir uns dann auf den Weg zum Dankbaar Waterhole, in der Hoffnung dort oder entlang des Trails Wild zu sichten. Wie fast zu erwarten war auch dort kein Wasser und Wild zu finden.


4×4 Trail von Gharagab Richtung Nossob

Steinböckchen
Steinböckchen

Dieser Teil des Trails gestaltete sich schwieriger als die Zufahrt zum Camp. Sandige Pisten über die Hügel der Kalahari mit Busch und hohem Grass sorgten jedoch für reichlich Abwechslung. Versteckt im hohen Gras etwas zu finden war ausgesprochen schwierig. Zwei Steinböckchen waren auf diesem Streckenabschnitt unsere einzige Sichtung. Sie beobachteten vorsichtig unser gekurve, um dann schnell im Grass zu verschwinden. Etwa 3-4 km vor dem Ende des Trails wurde unser Hilux und Lada herausgefordert. Ein kurzer steiler und tiefsandiger Abschnitt war per 4×4 nicht zu schaffen. Drei verschiedene Spuren zeugten davon, dass dort schon reichlich Fahrzeuge ihre Probleme hatten. Die Untersetzung und das Sperrdifferenzial mussten nun zeigen, was in der Karre steckt. Zwei Versuche in der rechten Spur endeten kläglich. Da galt es nicht zu verzagen und der nächste Versuch in der linken Spur sollte uns nach oben bringen, leider wieder nichts, kurz vor der Kuppe blieb Lada hängen. Langsam wurde es uns etwas mulmiger. Sollte unsere Unerfahrenheit in solchem Gelände zu einem Problem werden?
Nach dem Motto aller guten Dinge sind drei ging es an die mittlere Spur, mit reichlich Gas und Schwung gab es endlich das ersehnte Hurra, geschafft, wir hatten den Hügel erklommen.

Resümee: Bei der Vorbereitung des 4×4 Trails Gharagab hatten wir einige Informationen zu der Piste studiert. Oft wurde dort von schwierigen Pistenverhältnissen berichtet. Im Nachhinein können wir dies nicht pauschal bestätigen. Die gesamte Strecke des Trails kann mit einem 4×4 Wagen gut befahren werden, die einzige Ausnahme bildetet dieser letzte Anstieg.

Ab dem Wegweiser Richtung Nossob ging es dann auf der Wellblech Pad kurz Richtung Süden, bevor Lada eine Vollbremsung hinlegen musste. Hinter einer Kurve hatte eine Herde Rote Kuhantilopen sich die Pad als Ruheplatz ausgesucht. Rund 15 Tiere auf der Pad und im angrenzten Gebüsch, wärmten sich in der Sonne.

Lijersdraai Picnic Site

Auf der uns schon bekannten Lijersdraai Picnic Site standen diesmal bereits zwei Fahrzeuge aus Südafrika. Zwei Ehepaare hatten den Grill angeworfen und es duftete herrlich. Ruckzuck wurden wir in die Runde integriert, Braai ist einfach südafrikanische Lebensart. Die Einladung auf ein Bier und Boerewors konnten wir nicht ausschlagen. Boerewors steht in afrikaans für „Burenwurst“ oder „Bauernwurst“ und ist eine zu einer großen Schnecke aufgerollte Grill- bzw. Bratwurst. Wir hatten zwar in Gharagab bereits Burenwurst auf dem Grill, ich musste aber zugestehen, diese war deutlich schmackhafter. Beim Austausch von Erfahrungen kam ein Ereignis zur Sprache, welches man keinem wünscht. Eine der Frauen war in Mata-Mata gestürzt und hatte sich den Arm gebrochen, zusätzlich zierte sie ein blaues Auge und eine ramponierte Nase. Es blieb der Gruppe deshalb nichts anderes übrig als Upington anzusteuern, wo sie operiert wurde und ihr eine Platte eingesetzt wurde. Trotz dieser Komplikationen war sie bestens drauf, ihr Mann musste nun alles machen, alle Achtung. Der etwas längere Stopp war zwar nicht eingeplant, da aber auch kaum Tiere zu sehen waren auch kein Hindernis, es war ein tolles Braai Erlebnis.

Auf dem weiteren Weg waren kaum Tiere unterwegs, unsere Südafrikaner hatten die gleiche Erfahrung gesammelt und bei ihren vielen Besuchen im KTP noch nie so wenig Tiere angetroffen. Ob die Dürre der letzten Jahre dafür verantwortlich ist?

Streifengnus im Nossob Flussbett
Streifengnus im Nossob Flussbett

Riverfront Chalet in Nossob

In Nossob angekommen, waren wir gespannt auf die neuen Riverfront Chalets. Unser Chalet Nummer 13 lag zwar etwas abseits vom Wasserloch, war aber um Klassen besser als unser Standard Chalet beim ersten Besuch. Ein großes Wohnzimmer, Schlafzimmer, Küche, Bad und eine große Terrasse direkt am Nossob, da fehlte es an nichts, ein Ort zum Wohlfühlen. Das Ganze hätte man nur noch steigern können, indem wir das Chalet Nummer 3 bekommen hätten, dieses hat einen direkten freien Blick auf das Wasserloch.

Schleiereule
Schleiereule

Nachdem wir es uns gemütlich gemacht hatten, ging es zur Erkundung in das Camp wo Lada unbedingt den Pool erkunden wollte. Das eiskalte Wasser war jedoch nur etwas für Eisbären und Lada, mehr wie die dicke Zeh strecke ich und auch andere Gäste nicht hinein.
In dem kleinen Shop bestellten wir noch Brot für den nächsten Tag, welches von den Mitarbeitern täglich frisch gebacken wird. Als wir unseren Rundgang fast beendet hatten überraschte uns noch eine Schleiereule, welche gut versteckt in einem Baum saß. Den Blick immer nach oben, machte ich dann aber die schmerzhafte Erfahrung mit den Dornen darunter. Ein lager Dorn bohrte sich durch meine Sohle und steckte in der Fußsohle. Zur OP ging es deshalb zurück in den Bungalow, zwecks Entfernung und Desinfektion.

Am Hide waren zwar reichlich Schakale, eine Tüpfelhyäne und vor dem Chalet Erdhörchen und Mangusten. Andere Tiere ließen sich indes nicht blicken. Während des Abendessens überraschten uns dann jedoch drei Löffelhunde, welche direkt vor unserer Terrasse auftauchten, wohl in der Erwartung, dass etwas für sie herunterfällt. Dafür war mir aber das vorzügliche Oryx-Filet, welches wir zusammen mit Spagetti und Tomatensauce verzehrten, zu schade.

Pirschfahrt zwischen Nossob und Kaspersdraai Waterhole

Frühes Aufstehen war angesagt, wir wollten direkt nach Öffnung des Gate unsere Pirschfahrt Richtung Twee Revieren starten. 5 ºC zeigte das Thermometer, keine Temperatur um auf der Terrasse zu Frühstücken, nur eine Tasse Kaffee zum Aufwärmen. Als drittes Auto ging es auf die Piste. Um es kurz zu machen, Oryx, Springböcke und Löwenspuren, sonst nichts als tote Hose an den drei Wasserlöchern. Die Löwenspuren am Marie Loop war zwar frisch und gut zu erkennen, verschwanden aber rasch im angrenzenden Buschwerk.
Da wir das Frühstück auf eine Tasse Kaffee beschränkt hatten und inzwischen der Magen knurrte, ging es zurück ins Camp, wo wir nun in der Sonne relaxt bei angenehmer Temperatur ausgiebig frühstückten. Den Tag verbrachten wir im Wechsel zwischen Wasserloch und Terrasse. Es tauchten zwar immer wieder unsere Hausgäste Mangusten, Erdhörnchen und Federvieh auf, mehr ließ sich allerdings nicht blicken. Trotzdem verging die Zeit wie im Flug, nette Gespräche mit anderen Besucher, insbesondere mit unseren Nachbarn aus Gharagab waren informativ. Unsere südafrikanischen Nachbarn waren immer noch begeistern vom nächtlichen Besuch des Leo. Sie hatten auf der Rückfahrt mehr Glück und einen Honigdachs entdeckt. Wir hatten an der Stelle nur das Vergnügen reichlich Löcher zu entdecken.

Am späten Nachmittag starteten wir einen zweiten Versuch zum Marie Wasserloch. Einige Autos auf der kleinen Anhöhe weckten die Hoffnung, dass dort etwas los ist. Wir hatten das Glück einen Platz mit super Ausblick zu ergattern und harrten der Dinge, die da kommen. Zuerst passierte gar nichts oder besser wir sahen nichts. Erst als direkt vor uns am Rande eines Gebüschs eine Bewegung entstand, erkannten wir, dass dort eine verletzte braune Hyäne lag. Fasziniert beobachteten wir die Arme, sie war am Kopf mit einer großen Bisswunde gezeichnet  und sichtlich erschöpft. Gebannt verfolgten wir das Tier. Ob die Hyäne diese große Verletzung überlebt, wir wissen es nicht. So nah sind wir einer Hyäne noch nie gekommen und beinah hätten wir sie nicht entdeckt.

Erst kurz vor Sonnenuntergang konnten wir uns von dem Anblick trennen und mussten rasch vor Torschluss zurück ins Camp um dort am Hide und auf der Terrasse unseren Untermietern Gesellschaft zu leisten. Unter glutrotem Himmel wurde dann gegrillt. Lammkotelett, Burenwurst zusammen mit Grillkartoffeln, Mais und Rotwein, waren ein vorzügliches Mahl zum Tagesausklang. Lesen und eine Pfeife rauchen zusammen mit dem Wein, dies war Muße pur.

Berichte zu den nächsten Streckenabschnitten und Unterkünften folgen, also einfach wieder vorbeischauen.
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