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Guab-Tal

Namib’s Valley of a Thousand Hills im Hochland der Namib

Vom Erongogebirge führte unsere Reise weiter Richtung Süden ins Hochland der Namib zur Lodge Namib’s Valley. Die meisten Reisen in diesem Gebiet führen wahrscheinlich nach Swakopmund. Da wir bei unserer letzten Reise einige Tage dort verbrachten und Lüderitz, eine Stadt am Atlantik besuchen wollten, war unser Plan Orte abseits der Hauptreiserouten aufzusuchen.
345 km Gravel Road über Omaruru, Karibib und den Kuiseb River, immer am Rande der Namib entlang durch trockene Wüstenlandschaft, waren deshalb angesagt. Lange Strecken ohne jeglichen Verkehr oder besser gesagt ohne eine Menschenseele mit wechselnder Kulisse war uns gegönnt. In Karibib, einem ansprechenden Ort, welcher in seiner Vergangenheit durch Marmor und Goldabbau zu Wohlstand gekommen ist, war noch Tanken und Geld fassen angesagt.


Kobo Kobo, die Tausend Sterne Lodge im Khomas Hochland

Der Lodge Kobo Kobo, am Rande unserer Route gelegen, wollten wir einen Besuch abstatten. Bei unserer letzten Reise waren wir zwei Tage dort und hatten uns sauwohl gefühlt. Aus verschiedenen Quellen hatten wir aber erfahren, dass die Lodge inzwischen geschlossen ist und eine Wiedereröffnung in den Sternen steht. Wir wollten es nicht glauben. Das Gatter an der Pad war ohne Schloss, da mussten wir einfach nachschauen. Nach 8 km Off Road bekamen wir die Bestätigung, das letzte Gatter kurz vor der Lodge war mit Ketten gesichert und kein Lebenszeichen zu erkennen. Schade, dort würden wir gerne wieder einige Tage verbringen.

Springböcke, Gnus, Strauße und Geier waren unsere weiteren Wegbegleiter. Leider konnten wir die Geier, welche an den Flügeln markiert waren, nicht fotografieren. Eventuell kennt jemand den Grund für diese Markierung?
Weiter ging es durch die Einsamkeit, über den Kuiseb Pass, bis zur Abzweigung der C26 Richtung Windhoek. Nach rund 8 km erreicht man die Einfahrt von wo es 6 km bergauf, auf ruppigem Trail, zur Lodge geht.

Namib’s Valley

Oben angekommen durften wir uns an der grandiosen Aussicht erfreuen. Elisa die Verwalterin begrüßte uns und wies uns den Bungalow Nr. 4 zu. Der Bungalow war sauber und sehr geschmackvoll im Still einer Berghütte eingerichtet. Eine Terrasse mit herrlichem Blick ins Guab-Tal wurde sofort genutzt, um unser eigenen Welcome Drink zu genießen. Nur gut, dass wir einen Kühlschrank mitführten.

Die Lodge Namib’s Valley of a Thousand Hills hatte uns mit ihrer Beschreibung im Web angelockt. Die Lage im Hochland der Namib mit Panoramablick auf das Guab-Tal, wollten wir für zwei Tage nutzen, um einfach nur abzuhängen. Wir wollten die Kulisse genießen und ausspannen.
Die Lapa befindet sich etwa 300 m oberhalb der Bungalows. In der Lapa gibt es einen geschmackvoll eingerichteten Aufenthaltsraum, Bar, das Restaurant und davor eine sehr schöne Terrasse. Zur Energieversorgung der Anlage wird Fotovoltaik, Windkraft und Vakuumröhren zur Warmwasserbereitung verwendet, dass Laden von Geräten ist deshalb nur an einer Steckdose im Hauptgebäude möglich.
Von der Terrasse hat man einen fantastischen Ausblick auf das Valley, stündlich ändern sich die Farben der Landschaft und der Sonnenuntergang ist gigantisch.
Vor dem Gebäude liegt ein kleiner Infinity-Pool mit Blick in die Unendlichkeit. Leider war das Wasser in einer Qualität, welche uns und auch alle anderen Gäste abschreckte. Die Liegen ohne Auflagen und Schatten waren brauchbar und nicht mehr. Handtücher müssen vom 300 m entfernten Bungalow geholt werden.

Total enttäuscht waren wir vom Essen und dem Service. Zerkochtes Gemüse und eine Miniportion Rindersteak mit Salat wurde am ersten Abend serviert. Eine Kinderportion, aber nichts für einen erwachsenen Menschen. Der Wein wurde erst serviert als das Essen bereits den Weg in den Magen gefunden hatte. Zum Frühstück ging es im gleichen Still weiter. Butter, Toast und ein Omelett, das war’s. Auf die Frage nach Wurst und Käse gab es den Kommentar: Im Omelett ist doch alles enthalten!

Am zweiten Abend wurde, da alle Zimmer ausgebucht waren (14 Gäste), ein Buffet angeboten. Ein ungenießbarer Gemüseauflauf und furztrockenes  Lamm und Hähnchen in so geringer Menge das war eine Frechheit. Nur die schnellsten am Buffet hatten die Chance satt zu werden. Alle Schüssel wurden ausgekratzt, Nachschub gab es keinen. Unsere Tischnachbarn, ein Ehepaar mit zwei Kindern, versuchte vergebens etwas nachzubestellen. Wir waren uns einig, das war das schlechteste Essen in Namibia. Die Kartoffeln waren das Beste am Buffet. Unverständlich für uns ist die gute Bewertung bezüglich Essen und Service im Internet.

Eine Aussage auf der Webseite „Es gibt eine reiche Tierwelt, außerdem können Sie die reichhaltige Vogelwelt genießen“ können wir leider nicht bestätigen. Klippschliefer, Ratten und einige wenige Vögel waren das einzige, was wir zu Gesicht bekamen. Dies könnte jedoch mit der extremen Dürre der letzten Jahre zusammen hängen.

Resümee: Top-Lage, sehr geschmackvolle Einrichtung mit miserablem Essen und unengagiertem Service.

Den zweiten Tag unseres Aufenthalts nutzen wir zu Wanderungen in der näheren Umgebung und zum 4×4 Training auf einem ausgeschilderten Trail.

Himmelstreppe

Nicht weit von der Lodge entfernt gibt es die Himmelstreppe, dies ist eine mit Auswaschungen versehene Terrassierung ins Tal, wo über Jahrtausende das abfließende Wasser in Kaskaden seine Spuren hinterlassen hat. Kaum zu glauben bei der vorherrschenden Trockenheit. Die Treppe wird auch als natürliche Grundlage für die Wasser-Pipeline aus dem Tal genutzt. Das Gaub-Tal verfügt nur über sehr begrenztes Grundwasser. Daher muss das Wasser 5 km  weit über eine Pipeline mit Solarwasserpumpen auf eine Höhe von 250 m gepumpt werden. Die gesamte Energie stammt aus Photovoltaikmodulen, Windkraftanlagen und Vakuumröhren zur Warmwasserbereitung.

Vegetation auf Namib’s Valley

Die Vegetation auf dem Lodge Gelände überraschte uns mit einigen Besonderheiten. In dem extrem trockenen Klima wächst nur wenig, dafür sind dies aber Spezialisten, welche wir teilweise noch nie gesehen hatten.

Köcherbäume sind in Namibia immer wieder, zumeist an felsigen Hängen vorzufinden. In voller Blüte mit ihren riesigen gelben Blütenständen waren sie jedoch fantastische Fotomotive. Bekannter ist der Köcherbaumwald nordöstlich von Keetmanshoop, einem späteren Ziel unserer Reise. Wir haben deshalb Mesosaurus Fossil Camp eingeplant und waren gespannt, ob wir dort auch blühende Bäume vorfinden werden.

Ohne die Hilfe der Fomis des Namibia Forums wären wir bei der Bestimmung der folgenden Bäume überfordert gewesen.

Afrikanische Sternkastanie Sterculia africana

Kleiner knorriger und laubabwerfender Baum mit einer Wuchshöhe von 10 – 14 Meter und einem ziemlich starken Stamm, der einen Durchmesser von über 100 cm erreichen kann. Die fast herzförmigen und kräftiggrünen Blätter haben lange Stiele.

Commiphora myrrha ist eine Pflanzenart innerhalb der Familie der Balsambaumgewächse. Aus ihrem Harz wird die Myrrhe gewonnen.

Myrrhe-Baum -Commiphora myrrha ist eine Pflanzenart innerhalb der Familie der Balsambaumgewächse
Myrrhe-Baum, eine Pflanzenart innerhalb der Familie der Balsambaumgewächse

Commiphora myrrha wächst als laubabwerfender, stämmiger, dorniger Strauch oder kleiner Baum mit knorrigen Ästen, meist mit nur einem kurzen Stamm und erreicht Wuchshöhen von bis zu 4 Meter. Die äußere silbrige, weißliche oder bläulich-graue, glatte Borke schält sich in großen pergamentartigen Stücken ab und die grünere untere, glatte Borke wird sichtbar. Aus den flüssigen, kaum duftenden Exsudaten entsteht ein hartes, durchscheinendes, gelbliches Gummiharz

4×4 Trail Namib’s Valley

Der Trail war für Lada ein ideales Gelände um Erfahrung in dem felsigen Gelände zu sammeln. Auf dem Trail von der Hochebene ins Tal wurden wir mit immer neuen Perspektiven belohnt.

Die zwei Tage hätten wir gerne besser in Erinnerung behalten, die Grundlage bezüglich Lage und Lodge ist zwar gegeben, das Essen und der Service hat aber reichlich Luft nach oben.
Unserem nächsten Ziel „Fest im Fels in den Tirasbergen“ steuerten wir nach den Erlebnissen deshalb voller Erwartung entgegen.

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