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Kalahari Tended Camp, Blick vom Grillplatz

Kgalagadi zwischen Nossob und Kalahari Tented Camp

Das Kalahari Tented Camp ist unsere letzte Station im Kgalagadi Transfrontier Park. Eine Strecke von rund 200 km liegt vor uns, d.h. reichlich Zeit um Landschaft und Tierwelt zu bewundern. Als wir jedoch den Kopf aus unserem Chalet strecken, ist der Anblick nicht erbaulich. Eine dichte Wolkendecke verdeckt die Sonne und das Ganze bei 8 ºC, wahrlich kein Wetter um uns anzutreiben.
Erst ein starker Kaffee und das frische Brot aus dem Shop belegt mit allerlei Leckereien bring die Maschine langsam in Gang. Danach noch ein letzter Blick zum Wasserloch, welches einsam im trüben Morgenlicht liegt. Tiere wollen sich jedoch nicht einstellen, da können wir nur hoffen, dass am Rande der Pad mehr los ist.

Alles verstaut und in dicke Klamotten gehüllt gehts zur Rezeption, den Laufzettel abholen. Diesmal klappt alles ohne Probleme (nicht wie beim letzten Besuch) und wir können das Marie Wasserloch ansteuern. Die braune Hyäne des Vortags war natürlich nicht mehr anzutreffen, dafür aber eine kleine Gruppe Springböcke. Als uns ein freundlicher Fahrer aus SA jedoch darauf aufmerksam machte, dass er nicht weit entfernt am Hang Geparden gesichtet hatte, war klar, nichts wie hin. Ohne den Hinweis hätten wir die eleganten Jäger wahrscheinlich kaum entdeckt. Hoch oben am Hang beobachtete eine Gruppe von 5 Geparden das Geschehen im Tal. Um gute Fotos zu machen waren sie leider zu weit entfernt. Der Anblick der Tiere, welche uns von ihrem Hochsitz beobachtete, war spektakulär. Es stellte sich nur die Frage wer beobachtet wen.

Beschwingt nach dieser Sichtung ging es dann ein kurzes Stück entlang des Nossob Richtung Süden. Hinter einer der nächsten Kurven wartetet die nächste Überraschung. Zwei Geparden kreuzten unseren Weg, waren aber schnell in den angrenzenden Büschen verschwunden. Diese Sichtungen ließen uns das trübe Wetter nahezu vergessen, einzig die Temperatur welche den gesamten Tag 15 ºC nicht überschritt wollte nicht zum Wohlbefinden beitragen. Das erste Mal während unserer Namibia Reisen musste die Heizung im Auto herhalten.

Entlang der einzelnen Wasserlöcher ging es ohne „nennenswerte“ Sichtungen über die Upper Dune Road bis zum Kamqua Picknick Platz. Die aufziehenden Regenwolken verpassten der Kalahari eine düstere, beeindruckende Stimmung. Oryx Antilopen, Springböcke, Strauße und Schakale sorgten dafür, dass immer was zu beobachten war und wir nur langsam weiter kamen.


Kamqua Picnic Site

Als wir gegen 14:00 Uhr den Picknickplatz erreichten musste ich mich überwinden den warmen Wagen zu verlassen. Picknick im Winter mag zwar für Eisbären wie Lada verlockend sein, ich konnte dem jedoch nichts abgewinnen. Vorteilhaft war nur, dass die Getränke kühl blieben.

Als es bei der Weiterfahrt, auch noch zu regnen anfing, musste erstmalig unser Scheibenwischer seine Berechtigung unter Beweis stellen. Die Vegetation war dankbar für den kurzen Regenschauer und konnte wahrlich mehr vertragen.

Eine Giraffe am Straßenrand war das erste Anzeichen, dass wir kurz vor dem Kalahari Tented Camp waren, nur in dieser Gegend des KTP sind diese Tiere anzutreffen.

Giraffen im KTP

Zum Thema Giraffen im KTP habe ich folgenden Hinweis bei BWANA gefunden welchen ich hier gerne wiedergebe:

Giraffen befinden sich lediglich im Bereich Mata Mata – Urikaruus. Man hat im Park einmal ein Giraffenskelett gefunden und daraus geschlossen, dass die Giraffe hier einmal natürlich vorkam. Man hat dann in den 80er Jahren Angola – Giraffen (Giraffa camelopardalis angolensis ) aus Etosha in den Park translokiert. Das Problem ist, das dort eigentlich die Kap-Giraffen (Giraffa camelopardalis giraffa ) aus Südafrika hingehören. Zum damaligen Zeitpunkt war die Biologische Abteilung des Etosha Nationalpark allerdings die beste Afrikas und nur diese in der Lage so einen Tiertransport durchzuführen. Seitdem gibt es Gastarbeiter aus Etosha im KTFP.

Kalahari Tented Camp

Kurz vor dem Kalahari Tented Camp verlässt die Pad den Aoub River und erklimmt einen Hügel, auf welchem das Camp thront. Mit 15 Wohneinheiten ist das Camp das größte Wilderness Camp im KTP, inmitten des Giraffengebietes gelegen. Die Zelte am Rande des Hügels gelegen teilen sich den Blick auf das entfernte Wasserloch. Von unserem Zelt Nummer 5 war das Wasserloch jedoch nicht zu sehen, nur der Blick in das Tal war eingeschränkt durch die Bäume möglich. Tierfotos sind bedingt durch die große Entfernung kaum möglich, dies war aber kein Problem da sich auch keine Tiere blicken ließen.

Die Unterkünfte inkl. Stellplatz sind durch einen Zaun geschützt. Zusätzlich zum Zelt bestehend aus Schlafraum und Bad gibt es eine separate Hütte welche als Küche und Grillplatz genutzt werden kann. Die zugehörige Terrasse ist zwar hübsch gelegen, lag aber total im Schatten, was bei der Kälte nicht zum Relaxen einlud, im Sommer kann ich mir dies aber als schönes Plätzchen vorstellen.

Zusätzlich zu den Zelten gibt es noch einen hübschen, kleinen Pool mit Sonnendeck. Er bietet im Sommer wahrscheinlich eine willkommene und erfrischende Abkühlung, bei unserem Besuch war es selbst Lada zu kühl. Mehr wie einen Finger wollte auch sie nicht hineinstecken.

Die kalte Terrasse und ein verdeckter Blick ins Tal veranlassten uns die verbleibende Zeit bis Sonnenuntergang zu einer kurzen Pirschfahrt zu nutzen, leider aber ohne Erfolg. Einziger Vorteil dieser Aktion war eine funktionierende Heizung in unserem Hilux. Zurück im Camp entdeckten wir im Gipfel eines weit entfernten Baumes ein Adlernest, leider war auch mit dem Fernglas nur eine eingeschränkte Beobachtung möglich. Um unsere Stimmung aufzuhellen wurden dann die restlichen Vorräte geplündert und ein leckeres Mahl aus Springbockfilet mit einer Gemüsemischung aus Kartoffeln, Paprika, Zwiebel und reichlich Knoblauch gezaubert. Von dem Geruch angelockt patrouillierten nach kürzester Zeit unsere Untermieter, einige Schakale vor der Terrasse in der Hoffnung etwas abzustauben.

Als der Grill seine Heizkraft verlor, ging es früh, gekleidet wie zu einer Skitour, in die Koje. Mein Kommentar dazu: Im Kühlschrank wollte ich eigentlich nicht schlafen.

Berichte zu den nächsten Streckenabschnitten und Unterkünften folgen, also einfach wieder vorbeischauen.
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