Madeiras Zentrum -Pico do Arieiro, dritthöchster Berg Madeiras mit 1818 Meter

Madeiras Zentrum -Paúl da Serra und Pico do Arieiro

Madeiras Zentrum gliedert sich im Westen in die Hochebene  Paúl da Serra  und im Osten in das Zentralgebirge mit Gipfeln bis zu 1861 m Höhe. Nahezu alles in diesem Gebiet über 700m Höhe gehört zum Naturschutzgebiet Madeiras. Neben einer landwirtschaftlichen Nutzung haben vor allem die Wanderer die Gewissheit auf unberührte Natur. Zu dem Gebiet Paúl da Serra gehört auch das Wanderrevier Rabaçal welches ich schon im Bericht Levada Wanderungen beschrieben habe.

Hochebene Paúl da Serra in Madeiras Zentrum

Heute überraschte uns das Wetter bereits zum Frühstück mit Sonnenschein.  Endlich eine Gelegenheit den von uns anvisierten Norden der Insel zu erkunden. Das Frühstücksgeschirr wurde schnell zur Seite gelegt, spülen kann man ja am Abend. Die Entscheidung wohin, wollten wir auf der Höhe treffen um zu sehen aus welcher Richtung die Wolken heranziehen.

Wie meistens war in Madeiras Zentrum Richtung Westen dichter Nebel weshalb wir auf der ER 110 Richtung Osten losfuhren um auf dem abseits gelegen Weg der ER 208, die Hochebene Paúl da Serra zu erkunden.

Paúl da Serra, ein Hochmoor, bildet eine Wetterscheide zwischen der Nord- und der Südküste. Im Gegensatz zum Hochgebirge im östlichen Teil wird hier zwischen 1400 und 1500 Meter Höhe eine eher flache Struktur ausgebildet, die an den Rändern zu den Küsten hin teilweise steil abfällt. Sie erstreckt sich vom Encumeada-Pass in der Mitte der Insel westwärts.

Infolge der jahrhundertelangen Kahlschläge besteht die Vegetation hauptsächlich aus Gräsern, Ginster und anderen, Macchia ähnlichen Heidegewächsen. An vielen Stellen ist eine gleichzeitige Sicht sowohl auf die Nord- wie die Südküste möglich. Je nach Lage der sich hier schnell und plötzlich ändernden Wetterverhältnisse fühlt sich der Besucher in ein irisches oder schottisches Hochmoor oder aber in eine nebelumwaberte Mondlandschaft versetzt. Genau das macht den Reiz dieser Region im Vergleich zu anderen Landschaftsbildern der Insel aus.

Planänderung -weiter Richtung Nordwestküste

Unser Vorhaben Paúl da Serra  zu erkunden scheiterte. Was sollen die ganzen Pläne wenn nach rund 6 km ein Stoppschild die Weiterfahrt verwehrte. Wie wir von einem entgegenkommenden Fahrzeug in Erfahrung brachten ist die Straße nur in einer Richtung befahrbar. Trotzdem wollten wir die 2 km entfernt liegende Stichstraße ER 208 Richtung Sao Vicente nutzen. Diese Straße endete aber bereits nach einem Kilometer an einem Waldstück. Von dort führen Wanderwege in verschiedene Richtungen.

Die Weiterfahrt machte auf uns aber keinen vertrauend erweckenden Eindruck. Der Waldweg ist wohl mehr eine Off Road Strecke und ein entgegenkommendes Fahrzeug der Klasse 4×4 hatte auch schon entsprechende „Kampfspuren“. Wir entschlossen uns deshalb umzudrehen und uns nach Osten zu orientieren. Also alles auf zurück und auf der ER 110 an Rabaçal vorbei Richtung Westen. Erfreulicherweise wurde das Wetter immer besser und wir hatten wunderbare Sicht und Sonnenschein. Kühe auf der Straße und mannshohe Ginsterbüsche prägten die Landschaft.

Nach verschiedenen kleinen Stopps erreichten wir ein verfallenes Gebäude, die Casa da Elias. Von dort hatte man einen fantastischen Blick auf die Nordwestküste.

Weiter ging es dann zu Madeiras Nordwestküste. Inzwischen hatten wir gelernt, Madeira erfordert eine hohe Flexibilität, nur so kann man die Wetterkapriolen überstehen.

Zentralgebirge mit dem Pico do Arieiro

Der Pico do Arieiro ist mit einer Höhe von 1.818 m zwar nur der dritthöchste Berg von Madeira, er ist aber der einzige, der mit über eine Straße erschlossen ist und daher der meistbesuchte Berg in Madeiras Zentrum. Die zwei noch höheren Berge Pico Ruivo (1861 m) und Pico das Torres (1.851 m) liegen östlich der Hochebene Paul da Serra und bilden das Zentralgebirge der Insel.

Unmittelbar neben dem Gipfel befindet sich eine weithin sichtbare Radarstation der Portugiesischen Luftstreitkräfte.

Den Pico do Arieiro hatten wir wie vieles auf der Insel ungeplant besucht. Mehr oder weniger aus der Not heraus, auf dem Weg zwischen Faial und Funchal, im dichten Nebel tauchte die Abzweigung zum Pico do Arieiro mit der Höhenangabe auf. Unser Gedanke hoch hinaus, um über den Nebel zu kommen, stellte sich als goldrichtig dar. Kurz vor dem Gipfel riss der Nebel auf und das Zentralgebirge lag eingehüllt in Nebelschwaden vor uns. Da der Tag sich bereits dem Abend zuneigte wurden wir mit wenigen Besuchern belohnt. Für Wanderungen war es aber leider zu spät.

Vom Gipfel des Pico do Arieiro aus kann man eine ca. zweieinhalbstündige Wanderung zum Pico Ruivo starten, dabei umwandert man den Pico das Torres. Bei gutem Wetter hat man einen atemberaubenden Blick über die Insel. Auch die Nachbarinsel Porto Santo sowie die Ilhas Desertas sind bei freier Sicht am Horizont erkennbar.

Der Feenwald auf Madeira

Den Feenwald haben wir bei unserem Besuch leider nicht geschafft. Gerne hätten wir uns das mystische Grün des Feenwaldes angeschaut. Der Urlaub war zu kurz. Ein Grund mehr nochmals nach Madeira zu reisen. Trotzdem habe ich schon einige Infos zusammengetragen.

Lorbeerwald
Lorbeerwald

Der Feenwald liegt im Gebiet Fanal in Madeiras Zentrum im Nordwesten der Insel und ist Teil des großen Lorbeerwaldgebietes auf Madeira. Im Feenwald stehen Bäume, die schon ein paar Jahrhunderte alt sind. Manche von ihnen sollen schon dort gestanden haben, als Madeira 1419 entdeckt wurde!  Diese alten Gestalten sind mit Flechten behangen und moosbewachsen, es ist kühl und feucht, oft zieht Nebel durch.

Um den Feenwald zu erkunden, muss man auf der ER 209 beim Forsthaus Posto Florestal Fanal starten. Dies ist auch der Startpunkt verschiedener Wanderwege.

Übersicht aller Reiseberichte rund um Madeira

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