Madeiras Nordküste -Küstenstraße zwischen São Vicente und Ponta Delgada

Madeiras Nordküste zwischen São Vicente und Santana

Madeiras Nordküste die Zweite!
Nachdem wir bei unserem ersten Versuch die Nordküste zu erkunden vom Regen vertrieben wurden, wollen wir es wieder wagen. São Vicente, so ziemlich im Zentrum der Nordküste von Madeira gelegen, ist unser erstes Ziel.

Seitdem es einen Tunnel zur Querung der Insel im Zentrum gibt ist man rasch von der Südküste, von Ribeira Brava aus, auf der Nordseite der Insel. Die schönere aber auch längere Route führt über den Encumeada Pass (1007m). Da leider in den Hochlagen der Nebel hängt, wählten wir die Route durch den Tunnel.

Lavahöhlen von São Vicente (Grutas de São Vicente)

Bereits vor São Vicente liegen, am linken Flussufer des Tales, die Lavahöhlen (Grutas) von São Vicente, sie sind eine der Top Attraktionen von Madeira und wurden erst 1885 entdeckt. Die Höhlen sind Gänge durch welche die Lava floss als Vulkane vor 890.000 Jahren die Insel Madeira formte.
Die Höhlen kann man nur in Gruppen, in Begleitung eines Führers, besuchen (Englisch / Portugiesisch). Die Führung dauert ca. 30 Min. und hat eine Länge von 700 Metern. Besondere Kleidung ist nicht notwendig.

Tipp: Hobbyfotografen finden in einer Gruppe kaum Gelegenheit zum fotografieren, deshalb hatten wir uns als Schlusslicht positioniert und auf die Erklärungen des Führers zu verzichtet.

In dem angeschlossenen Vulkanologie-Zentrum erfährt man danach sowieso alles über Vulkanausbrüche und die Entstehung der Insel. Wir fanden diesen Spaziergang durch die Eingeweide der Erde lohnenswert. Die Berge und Natur von Madeira betrachtet man dann ganz anders.

Sao Vicente selber ist ein Küstenort bei welchem man das Gefühl hat, man befinde sich in einem Bergdorf. Es ist nicht viel los und das Dorf mit rund 3500 Einwohnern ist in kürzester Zeit erkundet. An der Küstenstraße von Madeiras Nordküste, etwas unterhalb des eigentlichen Orts, gibt es ein reichliches Angebot an Restaurants.

Unsere Wahl fiel auf die Taberna Ruel zu der wir aber in den Foren keine Bewertung finden konnten. Ich denke, da hat sich der Name oder der Besitzer geändert. Das Restaurant direkt an der Uferpromenade gelegen ist nicht zu verfehlen. Unsere kleine Zwischenmahlzeit war frisch und lecker zubereitet, der Service und das Ambiente waren gut, was will man mehr. Preis-Leistung hat gestimmt, wir würden es wieder auswählen.

Küstenstraße zwischen São Vicente und São Jorge

Der schnelle Weg Richtung Ponta Delgada geht durch einen Tunnel, der schönere führt über eine moderne neue Brücke von der Uferstraße aus direkt an der Küste entlang (ER101). Links tobt das Meer und auf der rechten Seite geht es steil hoch in die Felsen. Einige schöne Aussichtspunkte laden immer wieder zu kurzen Foto-Stopps ein.

Ponta Delgada, der Name bedeutet auf Deutsch so viel wie schmale Spitze, liegt auf einer schmalen, sich im Meer verlierenden Landzunge. Der Kontrast mit den danebenliegenden steilen Felsen ist enorm. Der Ort ist auch bekannt für sein Meeresschwimmbad und Ausgangspunkt verschiedener Wanderungen.

Madeiras Nordküste -Blick auf Ponta Delgada
Madeiras Nordküste -Blick auf Ponta Delgada

Der Aussichtspunkt Cabanas (Miradouro das Cabanas) befindet sich zwischen São Jorge und Arco de São Jorge. Ein Stopp wird mit einen wunderschönen Panoramablick auf Arco de São Jorge und den Atlantischen Ozean belohnt. An wolkenlosen Tagen kann man von hier auch die Nachbarinsel Porto Santo erblicken.

Leuchtturm Farol de São Jorge

Ein weiteres Ziel unserer Tour entlang Madeiras Nordküste ist der Leuchtturm in São Jorge –Farol de São Jorge. Der 271 Meter über dem Meer stehende Leuchtturm befindet sich auf einer Klippe am Ortsrand. Er wurde 1959 auf der Klippe erbaut und kann besichtigt werden. Der Eintritt ist frei, allerdings muss man seinen Namen und Adresse in ein Buch eintragen. Kleine Spenden sind willkommen. Danach konnte ich die gewundene Treppe hochsteigen. Da der Turm selbst nur wenige Meter hoch ist, darf man gegenüber den umliegenden Aussichtspunkten keine allzu spektakuläre Aussicht erwarten. Man kann aber in aller Ruhe die Leuchtturmtechnik bewundern.  Einfache robuste Elektromechanik, keine modere Computertechnik. Hier geht es um den Leuchtturm, d.h. robust bei Wind und Wetter.

Bei klarem Himmel kann man bis auf die Nachbarinsel Porto Santo blicken.

Santana Häuser in Santana an Madeiras Nordküste

Letzte Ort auf unserer Tour entlang Madeiras Nordküste ist Santana mit 3.400 Einwohnern. Der Ort liegt inmitten eines herrlichen Naturschutzgebietes. Santana ist bekannt durch seine „Santana Häuser“. Diese Häuser sind einzigartig auf Madeira Ihre dreieckigen Strohdächern prägen das Bild von Santanas. Etwa 100 dieser historischen Gebäude stehen heute noch in der Stadt. Die historischen Bauernhäuser haben rot gestrichenen Fensterläden und Türen. Besonders bemerkenswert sind dabei die strohbedeckten Dächer, die bis zum Boden der Häuser reichen.

Einige dieser Häuser, in der Nähe des Rathauses, können besichtigt werden. In diesen Häusern gibt es natürlich alles was ein Tourist „braucht“. Eine Besonderheit im Angebot ist der Poncha.

Poncha

Die Poncha ist das traditionelle Getränk auf Madeira. Sie besteht typischerweise aus madeirischem Rum, Honig und Zitronen in einem wechselnden Mischungsverhältnis von etwa einem Drittel.

Ponchaverkauf in Santanahäusern
Ponchaverkauf in Santanahäusern

Die Poncha wird traditionell mit einem speziellen Quirl gemixt (Caralhinho genannten).  Das Getränk soll seinen Ursprung in den Bemühungen portugiesischer Seefahrer des 16. Jahrhunderts haben, Zitronen als Mittel gegen Skorbut für die langen Seereisen zu konservieren. Dazu wurde der Zitrone der auf Madeira produzierte Rum zugesetzt.

Zurück Richtung Südküste wählten wir den landschaftlich schönen Weg über die ER103 quer durchs Hochland über den Paso de Poiso 1400m bis nach Funchal.

Übersicht aller Reiseberichte rund um Madeira

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