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Madeiras Nordwestküste -Blick auf Porto Moniz

Madeiras Nordwestküste -ruhig, rau und regnerisch

Madeiras Nordküste und Nordwestküste hatten wir mit Bedacht bei der Suche nach einer Unterkunft nicht favorisiert. Die Niederschlagswerte sind nach meiner Recherche an der Nordküste deutlich höher als an der Südküste. Muss man in Funchal mit jährlichen Niederschlägen von rund 550 mm (Stuttgart ca. 600mm) rechnen. Dagegen sind die Werte in Ponta Delgada mit 1200 mm und in Porto Moniz mit 1500 mm doppelt bzw. dreifach so hoch. Verständlich, dass sich bei solchen Werten weniger Touristen in den Norden verirren.

Während unseres Urlaubs im Mai „durften“ wir bei jedem Besuch der Nordküste Nebel und Regen genießen. Wird man von der Sonne beglückt so kommt die Schönheit der Küste voll zur Geltung. Steilküsten soweit das Auge reicht, wilde schroffe Berghänge die dicht mit Moos, Farnen, Blumen, Lorbeerbäumen und Baumheiden überzogen sind.

Madeiras Nordküste und Madeiras Nordwestküste sind rauer, wilder, ursprünglicher und die Küste fällt derart steil und schroff zum Meer ab, das vielerorts kaum Platz für Siedlungen blieb. Die schmale Küstenstraße schlängelt sich eng zwischen dem Meer und steilen Felsen entlang. Auf der Strecke zwischen Porto Moniz und Sao Vicente ist die VE2 fast komplett im Berg versteckt. Ein Tunnel folgt auf den nächsten. Ab Sao Vicente Richtung Osten ändert sich die Streckenführung. Auf der einen Seite die üppig mit Moos, Farnen, Blumen, Lorbeerbäumen und Baumheiden bewachsene Berge und auf der anderen das tosende Meer.

Tipp: Madeiras Nordküste an einem Tag zu besuchen ist zwar möglich, 60 km sind keine Entfernung!  Das Flair der Küste wird einem aber verborgen bleiben. Weniger ist oft mehr.


Madeiras Nordwestküste -Seilbahn von Achadas da Cruz

ER101 Richtung Achadas da Cruz
ER101 Richtung Achadas da Cruz

Achadas da Cruz liegt weit im Westen Madeiras, zwischen Ponta do Pargo und Porto Moniz.
Wir wollten von hier eine Tour entlang Madeiras Nordküste angehen. Zur Anfahrt wählten wir den Weg über das Hochland. Am Wandergebiet Rabacal vorbei geht es auf der ER110 bis kurz vor Santa, dort biegt man links auf die ER101 Richtung Ponta do Jargo ab. Der Weg zur Seilbahn ist dann in Achadas da Chruz mit „Teleferico“ gut beschildert.

Die Seilbahn an einer Steilklippe, stellt die einzige Verbindung der Küstenregion mit Achadas da Cruz dar. Hier werden etwa 480 Höhenmeter nur am Seil – ohne zusätzliche Pfeiler – überwunden. So vertrauenerweckend die Gondel und die gesamte Konstruktion aussieht – der Blick in die Tiefe auf das fast einen halben Kilometer lange Drahtseil lässt manche Knie zittern.

Wanderweg als Alternative zur Seilbahn von Achadas da Cruz
Wanderweg als Alternative zur Seilbahn von Achadas da Cruz

Alternativ zur Seilbahn gibt es auch einen Wanderweg. Gleich rechts neben der Bergstation geht es los, der Weg ist beschildert, und windet sich in Serpentinen dem Meer entgegen. Laut Information des Seilbahnpersonals benötigt man rund eine Stunde für den Abstieg. Die Gondel braucht dagegen nur wenige Minuten und man genießt bei gutem Wetter den Ausblick auf die Gärten, Felder und den heranbrausenden Atlantik.

Zu beachten ist, dass die Seilbahn vorrangig dem Transport der Bauern dient. Die Bahn fährt deshalb nur bei gutem Wetter und zu Uhrzeiten, in denen die Arbeiter sie benötigen. Es ist deshalb wichtig in der Bergstation nachzufragen, wann die letzte Fahrt hinauf geht.
Am Fuße des Steilhangs gibt es fruchtbares Land, sodass die Bauern dort Gemüse, aber auch Wein anpflanzen. Die Steilwand im Hintergrund reflektiert die Wärme lange und begünstigt das Wachstum der Pflanzen. Außer einigen Geräteschuppen und hübsch renovierten kleinen Häuschen gibt es keinerlei Gebäude.

Bei besserem Wetter hätten wir sicherlich eine Fahrt mit der Seilbahn riskiert. Nieselregen und Nebel machten uns mal wieder einen Strich durch die Rechnung, so zogen wir es vor in der Hütte neben der Seilbahn, die den Charakter einer Berghütte, hat einen Kaffee zu trinken. Schade, gerne wären wir hinunter geschwebt.

In der Hoffnung auf Wetterbesserung machten wir uns dann auf Richtung Moniz.

Madeiras Nordwestküste -Porto Moniz

Die Entscheidung weiter nach Porto Moniz zu fahren war goldrichtig. Die Sonne lies den Ort bei unserer Ankunft, in ihrem besten Kleid erstrahlen.
Bei der Zufahrt Richtung Porto Moniz kommt man an verschiedenen Aussichtspunkten vorbei von wo aus man einen fantastischen Blick auf den Ort und seine Meerwasser Schwimmbecken hat.

Tipp: Das Miradouro Porto Moniz an der ER101 sollte man nicht verpassen, man wird mit einem wunderschönen Aussicht über Porto Moniz belohnt.

Madeiras Nordwestküste -Blick auf Porto Moniz
Madeiras Nordwestküste -Blick auf Porto Moniz

Porto Moniz, ist durch seine Naturschwimmbäder und seine schöne unverfälschte Landschaft bekannt. Die Schwimmbäder von Porto Moniz, bilden sich um große und kleine Felsen, die vom Meer umspült werden.
Solche Sehenswürdigkeit, lockt natürlich nicht nur uns sondern auch Tagesausflügler aus Funchal an.

Laut Reiseführer erwarteten wir einen Ort der noch nicht vom Tourismus eingenommen ist. 15 bis 20 Reisebusse und reichlich Kleinbusse sorgten jedoch dafür das Porto Moniz in unserer Erinnerung als Ort des Massentourismus haften bleibt.

Wir machten deshalb erst mal Pause in der Hoffnung, dass sich der Trubel legt. Das Restaurant Polo Norte bietet sich dafür an, es liegt in der Nähe des Meerwasserschwimmbeckens und wird im Reiseführer als gute regionale Küche mit sehr kreativen Speisen beschrieben. Der Begriff kreativ ist leicht übertrieben. Es gab nur einfache Standardgerichte die aus meiner Sicht nicht empfehlenswert sind. Eine Fischsuppe die besser den Begriff Reissuppe mit „kleiner“ Fischbeilage bekommen hätte und zwei Lammkoteletts mit Pommes Frites und Salat sind sicherlich nicht sättigend. Der Service war bemüht und die Einrichtung im Lokal ansprechend und sauber.

Tipp: Restaurant Polo Norte: -da gibt es sicherlich bessere Alternativen.

Nach etwa einer Stunde verschwand, wie erhofft, ein Bus nach dem anderen -es muss ja noch vieles auf Madeira besichtigt werden. Für uns die richtige Zeit um sich in Ruhe der Hauptattraktion, den Meerwasser Lavapools zu widmen.

Die Meereswasser Lavapools, werden auf natürliche Weise durch die Flut des Meeres gefüllt. Die Natur hat die Pools geschaffen. Die Pools gelten zu Recht als Attraktion von Porto Moniz und faszinieren Besucher jeden Alters – man kann in ihnen baden (schwimmen) oder einfach nur die Schönheit der Natur genießen.
Es gibt zwei verschiedene Lavapools in Porto Moniz: Die vollständig natürlichen Pools, vor der Insel Ilheu Mole und die westlichen Pools vor den Hotels, die zu Naturfreibäder ausgebaut wurden.

Bei einer Außentemperatur von 18 ºC und frischem Wind lockt das Wetter aber nur wenig wagemutige ins Wasser. Wir gehören nicht dazu und belassen es dabei die Finger ins Wasser zu stecken. Dieses natürliche Badeparadies stellt im Hochsommer sicherlich einen hohen Anreiz für Badelustige dar. Das Flair der Lava und der darauf sprießenden Blumen ist beeindruckend.

Letztendlich sorgten aber die Massen von Touristen dafür dass wir uns in dem Ort nicht wohl fühlten.

Leider zogen dann auch schon wieder Wolken über die Berge und ließen die Farben verschwimmen. Die Sonne wollte nicht so richtig und überlies den Regenwolken den Vortritt! Damit wurde unser Plan weiter nach Seixal zu fahren zunichte gemacht.

Um mehr von Madeira Nordküste zu erkunden müssen wir sie wohl nochmals anzusteuern.

Übersicht aller Reiseberichte rund um Madeira

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