Kefalonia ist der majestätische Riese des Ionischen Meeres. Wer von der kleinen Schwester Zakynthos nach Norden segelt, merkt sofort: Die Insel ist wilder, grüner, weitläufiger und bietet atemberaubende Gebirgsküsten, die direkt ins smaragdgrüne Meer abfallen. Ob mondäne Yachthäfen mit venezianischem Flair oder einsame Ankerbuchten im Schutz dichter Pinienwälder – Kefalonia liefert Stoff für einen unvergesslichen Törn.
Da ich mich hier ganz auf die maritimen Hotspots für Skipper und Crew konzentriere, sei allen Entdeckern, die auch das imposante Landesinnere oder den Nationalpark auf dem Berg Enos erkunden wollen, der detaillierte Reiseführer aus dem Michael Müller Verlag ans Herz gelegt.
Inhaltsverzeichnis
Fiskardo
Fiskardo: Das unbestrittene Juwel der Insel. Als einer der wenigen Orte blieb Fiskardo vom großen Erdbeben 1953 verschont, sodass die bunten, pastellfarbenen venezianischen Häuser im Original erhalten sind. Der Hafen schmiegt sich hufeisenförmig in die Bucht.
Skipper-Tipp: Im Sommer ist Fiskardo extrem beliebt. Yachten machen am Südkai fest oder ankern im Norden mit langen Landleinen zu den Felsen. Wer nach 13:00 Uhr kommt, geht oft leer aus.
Aufgrund der runden, unregelmäßigen Form der Bucht und der schieren Masse an Booten kreuzen sich die Ankerketten in Fiskardo im Sommer fast zwangsläufig.
Wenn du morgens den Hafen verlässt, halte den Bootshaken und die Winsch bereit – es ist im Ionischen Meer fast schon Tradition, dass man beim Lichten des Ankers die Kette des Nachbarn mit hochzieht. Bleib dabei ruhig, es gehört zum „Fiskardo-Erlebnis“ dazu!





Agia Sofia Beach
Der Agia Sofia Beach (oft auch als Kalo Limani oder Platy Limani bezeichnet) ist ein echter Geheimtipp an der geschützten Ostküste von Kefalonia. Die weite, naturbelassene Bucht liegt eingebettet in die grüne Steilküste zwischen Agia Efimia und Fiskardo. Während Autofahrer eine lange, kurvige Serpentinenstraße hinabbezwingen müssen, ist sie für Segler eine der entspanntesten Oasen der Insel.
Atmosphäre & Historie: Die Zeit vor dem Erdbeben
Der Strand besteht aus weißen Kieselsteinen und ist von dichten Oliven- und Feigenbäumen gesäumt, die bis fast ans Wasser reichen. Der wahre Charme liegt jedoch in der Geschichte: Direkt am Ufer stehen die Ruinen alter, unbewohnter Steinhäuser. Sie sind steinerne Zeitzeugen aus der Ära vor dem verheerenden Erdbeben von 1953, als sich hier eine kleine Küstensiedlung befand. Dieses nostalgische Flair verleiht der Bucht eine ganz besondere, friedliche Stimmung.
In den Sommermonaten betreibt eine traditionelle griechische Familie direkt am Strand eine kleine, urige Taverne. Hier gibt es ehrliche, hausgemachte Küche zu fairen Preisen – perfekt, um nach dem Anlegen mit dem Dinghy überzusetzen und den Abend ausklingen zu lassen.
Agia Sofia ist die perfekte Ausweichbucht, wenn die nahen Stadthäfen von Fiskardo oder Agia Efimia am Nachmittag bereits restlos überfüllt sind. Während sich andere Crews beim Hafen-Match stressen, genießt du hier eine ruhige Nacht am Anker im geschichtsträchtigen Ambiente.




Poros
Poros im Südosten ist das maritime und logistische Tor Kefalonias zum griechischen Festland. Während das mondäne Fiskardo im Norden mit venezianischem Glamour punktet, erlebst du in Poros ein bodenständiges, authentisches Griechenland. Der Hafen liegt strategisch perfekt für Crews, die von Zakynthos nach Norden segeln oder den Sprung rüber zum Peloponnes (Kyllini) wagen wollen.
Eingebettet zwischen einer tiefen Bergschlucht und dem offenen Meer bietet Poros einen markanten Stopp.
Liegeplätze
Der Hafen von Poros ist zweigeteilt: Ein großer Bereich für die Autofähren und ein geschütztes inneres Hafenbecken für Fischerboote und Yachten.
- Liegemöglichkeiten (Die lange Pier): Segelyachten machen meist an der Innenseite der großen Ostmole römisch-katholisch mit dem eigenen Buganker und Heckleinen zur Pier fest.
- Der Grund: Der Boden besteht aus Sand, Schlick und stellenweise Kraut. Wenn der Anker einmal sitzt, hält er gut. Wichtig: Stecke reichlich Kette (mindestens das 5-fache der Wassertiefe), da das Hafenbecken relativ tief ist.




Weitere Buchten und Häfen
Die Insel hält noch unzählige weitere Häfen und versteckte Buchten bereit, die bisher nicht auf meinem Logbuch standen. Es bleibt also noch einiges zu entdecken – der nächste Törn kommt bestimmt!






