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Zakynthos -Blaue Grotte

Zakynthos unter Segeln – die besten Buchten und Skipper-Tipps

Zakynthos, die „Blume des Ostens“, ist eines der facettenreichsten Reiseziele im Ionischen Meer.
Mit ihren spektakulären Klippen, dem azurblauen Wasser und der wilden Natur zieht die griechische Insel jeden Reisenden in ihren Bann. In diesem Beitrag betrachte ich das Paradies jedoch aus einer ganz besonderen Perspektive: dem Cockpit einer Yacht. Als echtes Juwel für Segler bietet Zakynthos eine perfekte Mischung aus geschützten Buchten im Osten und dramatischen Steilküsten im Westen. Das Revier gilt als vergleichsweise moderat und einsteigerfreundlich, hält aber gerade an der Westküste atemberaubende Schläge bereit.
Hinweis: Da ich mich hier ganz auf die besten maritimen Hotspots konzentriere, empfehle ich allen, die auch das Landesinnere und die Kultur der Insel intensiv erkunden möchten, den umfassenden Zakynthos-Reiseführer aus dem Michael Müller Verlag.

Zakynthos Stadt

Der Haupthafen von Zakynthos-Stadt (Zante) ist das logistische Herzstück der Insel und der sicherste Allwetterhafen des gesamten Reviers. Er liegt an der Ostküste und bietet Skippern eine hervorragende Ausgangsbasis, um die Crew zu wechseln, Proviant zu bunkern oder die lebendige Inselhauptstadt zu erkunden.

Es gibt Strom, Wasser und hervorragende Versorgungsmöglichkeiten in den umliegenden Tavernen.

Agios Nikolaos

Agios Nikolaos (im Nordosten, nahe Kap Skinari) ist nach Zakynthos-Stadt der zweitwichtigste Hafen der Insel und ein strategischer Schlüsselpunkt für jeden Skipper. Die kleine Bucht wird durch die vorgelagerte, gleichnamige Insel Agios Nikolaos geschützt. Da der Hafen als primärer Ausgangspunkt für Ausflugsboote zu den Blauen Grotten und zur Navagio-Bucht dient, ist er tagsüber extrem geschäftig, wandelt sich abends aber in ein idyllisches Fischerdorf. 

Perfekt als Ausgangspunkt für den Schlag zur Navagio-Bucht oder zur Nachbarinsel Kefalonia. Der Hafen ist gut geschützt, kann aber bei Nordost-Schwell ungemütlich werden.

Die Blauen Grotten von Zakynthos

Die Blauen Grotten (Blue Caves) an der Nordostküste sind eines der faszinierendsten Naturschauspiele von Zakynthos und ein absoluter Pflichtstopp im Logbuch jedes Skippers. Das Besondere hier: Das einfallende Sonnenlicht reflektiert auf dem strahlend weißen Kalkstein-Meeresboden und projiziert ein magisches, fast künstlich leuchtendes Neonblau an die Höhlenwände.

Taktik für die Crew: Das Timing entscheidet

  • Morgens kommen: Die Grotten liegen auf der Nordostseite der Insel. Das bedeutet, das Lichtspektakel ist am Vormittag am intensivsten, wenn die Sonne tief steht und direkt in die Höhlenöffnungen hineinscheint. 
  • Flucht vor der Thermik: Ab dem frühen Nachmittag setzt meist der Nordwestwind (Maistros) ein. Dadurch wird der offene Ankerplatz unruhig und es baut sich unangenehmer Schwell an den Klippen auf. Wer zwischen 09:00 und 12:00 Uhr hier stoppt, hat meist ruhiges Wasser und die Grotten fast für sich allein. 
  • Beiboot nutzen: Die Eingänge der eigentlichen Höhlen und Felsbögen sind extrem niedrig. Große Segelyachten müssen draußen auf tiefem Wasser warten. Das Erkunden der Grotten erfolgt mit dem Dinghy. 

Zakynthos berühmter Strand -Navagio Bucht (Shipwreck Beach)

Der berühmteste Strand Griechenlands mit dem markanten Schiffswrack. Der Aussichtspunkt auf den Klippen bietet einen atemberaubenden Blick aus der Vogelperspektive.

Navagio-Bucht ist aktuell für Touristen gesperrt.

Die Navagio-Bucht (Shipwreck Beach) ist aktuell für Touristen gesperrt. Aufgrund einer offiziellen Regierungsverordnung gelten zum Schutz der Urlauber strikte Zugangsbeschränkungen bis mindestens zum 31. Oktober 2026 (wahrscheinlich länger). 
Der Grund für diese drastische Maßnahme ist akute Lebensgefahr durch Felsstürze und Erdrutsche. Die steilen Kalksteinklippen um die Bucht sind geologisch extrem instabil – bereits 2018 und nach einem Erdbeben im Jahr 2022 kam es zu massiven Felsabbrüchen.

Was bedeutet das konkret für Segler und Skipper?

  • Betretungs- und Badeverbot: Das Anlanden am Strand, das Festmachen an Land sowie das Schwimmen in der gesamten Bucht sind verboten. Die Küstenwache kontrolliert das Gebiet und verhängt bei Verstößen empfindliche Geldstrafen. 
  • Sicherheitsabstand: Boote und Yachten müssen einen Mindestabstand von 50 Metern zur Küstenlinie einhalten. 
  • Anschauen erlaubt: Du darfst mit der Yacht in die Bucht einfahren und außerhalb der 50-Meter-Zone stoppen (oder treiben), um der Crew das Fotografieren des Wracks zu ermöglichen.
  • Wer den Strand von oben sehen möchte, kann den offiziellen, per Auto erreichbaren Aussichtspunkt von Agios Nikolaos aus auf den Klippen ansteuern.

Anmerkung: Die Bilder stammen aus 2019, damals war die Bucht noch frei zugänglich.

Tipp: Etwas nördlich der Bucht Navagio Beach liegt eine sehenswerte Bucht, ohne Namen, am Fuße weißer Klippen mit versteckter Höhle.


Skipperinfo: Wer den Maistros versteht, segelt entspannt.

Der Maistros ist der unbestrittene König der Winde im Ionischen Meer und der wichtigste Motor für jeden Segeltörn rund um Zakynthos. Er ist ein thermischer Schönwetterwind aus nordwestlicher Richtung (NW), der in den Sommermonaten fast täglich wie ein Schweizer Uhrwerk einsetzt.

Der Maistros verhält sich an normalen Sommertagen extrem berechenbar:

  • Vormittags (Ruhe vor dem Schuss): Am Morgen ist es meist spiegelglatt oder es weht nur ein schwacher Hauch. Perfekt, um den Anker zu lichten und die ungeschützten Hotspots wie die Blauen Grotten anzusteuern.
  • Mittags (Der Startschuss): Gegen 12:00 bis 13:00 Uhr schaltet die Thermik ein. Der Wind dreht auf Nordwest und frischt zügig auf.
  • Nachmittags (Der Segelspaß): Zwischen 14:00 und 17:00 Uhr erreicht der Maistros seinen Höhepunkt, meist mit 4 bis 5 Beaufort (knapp 15–20 Knoten), in Spitzen auch mal eine gute 6. Perfekt für sportliche Schläge!
  • Abends (Der Feierabend): Pünktlich zum Sonnenuntergang bricht die Thermik zusammen. Der Wind schläft komplett ein und sorgt für eine ruhige Nacht in den Häfen der Ostküste. 

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