
Kastos ist die wohl kleinste bewohnte Insel des Ionischen Meeres und ein echter Geheimtipp für Individualreisende. Das schmale Eiland liegt gut geschützt zwischen den bekannten Inseln Lefkas und Ithaka im Westen sowie dem griechischen Festland im Osten. Von der direkten Nachbarinsel Kalamos trennt sie lediglich ein tiefer, etwa einen Kilometer breiter Kanal.
Mit einer Länge von sieben Kilometern, einer maximalen Breite von 800 Metern und einer Gesamtfläche von rund sechs Quadratkilometern lässt sich Kastos wunderbar überschauen. Die Landschaft ist hügelig, mäßig bewachsen und lädt zu entspannten Entdeckungstouren ein – der höchste Punkt der Insel liegt bei gerade einmal 142 Metern.
Ein Blick in die Geschichte
Die jüngere Geschichte der Insel hält ein kurioses Detail bereit: Im Jahr 1976 mussten alle Bewohner wegen eines vermuteten Typhus-Ausbruchs evakuiert werden. Nach und nach kehrten die Insulaner jedoch in ihre Heimat zurück. Heute leben wieder etwa 80 Menschen fest auf Kastos und bewahren den ursprünglichen Charme des Eilands.
Beschauliche Ruhe und maritimes Flair
Wer großen Massentourismus sucht, ist hier falsch. Stattdessen gewinnt vor allem der Yachttourismus an Bedeutung. Kastos besitzt einen malerischen, gut geschützten Hafen, der eine tiefe, beschauliche Ruhe ausstrahlt und sofort zum Verweilen einlädt.
Das bieten Hafen und Umgebung:
- In den gemütlichen Tavernen direkt am Wasser lässt sich fangfrischer, einheimischer Fisch genießen.
- Eine alte Windmühle auf der Südseite des Hafens wurde zu einer Bar umgebaut. Sie bietet nicht nur gute Drinks, sondern auch einen fantastischen Panoramablick über die Insel.
- Abseits des Hafens wartet unberührte Natur darauf, entdeckt zu werden. Die Küste hält zudem einige einsame Buchten mit wunderschönen Stränden bereit, die man oft ganz für sich allein hat.
Fotostrecke Hafen-Kastos








Geheimtipp für Segler: Ein Abstecher nach Atokos
Wer mit dem Boot unterwegs ist, sollte unbedingt einen Stopp bei der Nachbarinsel Atokos einplanen. Das unbewohnte, felsige Eiland liegt nur etwa acht Kilometer südwestlich von Kastos. Da sich die knapp 4,5 Quadratkilometer große Insel in Privatbesitz befindet und zum Natura-2000-Schutznetzwerk gehört, gibt es hier weder Tavernen noch Straßen – dafür aber Natur in ihrer reinsten Form.
Zwei Besonderheiten machen Atokos zu einem magischen Zwischenstopp:
- Die Insel ist bekannt für eine Herde zahmer, freilebender Wildschweine. Diese spazieren regelmäßig am Strand entlang und schwimmen sogar im glasklaren Wasser.
- Die One House Bay an der Ostküste verdankt ihren Namen dem einzigen (meist leerstehenden) Haus der Insel und einer kleinen Kapelle. Im Süden fasziniert die Cliff Bay mit ihren steil aufragenden, weißen Kreidefelsen. Das türkisfarbene Wasser an beiden Buchten ist ein Paradies zum Schnorcheln.









