Symi -Klosteranlage Ormos Panormitis

Symi –zu Besuch bei den Mönchen des Kloster Panormitis

Kloster Panormitis ist ein Logbucheintrag des  „Törn im Dodekanes zwischen Samos und Rhodos„. Mehr Informationen zu dem  Törn gibt es  dort.

Bucht des Kloster Panormitis
Bucht des Kloster Panormitis

Nach zwei stürmischen Tagen auf Nisyros freuen wir uns nun darauf die Mönche des Kloster Panormitis auf Symi zu besuchen. Die Sturmtage haben nicht nur unseren Törnplan über Bord gehen lassen.
Die im Hafen liegende Flottille ist durch den Sturm auch unter Zeitdruck; entsprechend hektisch geht es morgens im Hafen zu. Während wir noch gemütlich das Frühstück genießen wird großes Hafenkino geboten. Die Skipper der Flottille sind reichlich gefordert. Es gibt viel Geschrei. Schnell wird mal ein Dingi platt gefahren und gekentert, ein Außenborder gewässert oder ein Festmacher mit der Schraube eingefangen; da wird richtig was geboten!

Gegen 9 Uhr kehrt langsam Ruhe ein, Zeit für uns den Anker zu lichten. Da immer noch 6 Bft und reichlich Welle vor der Hafeneinfahrt auf uns warten, geht es mit Lifebelt gesichert, auf Raum- bis Vorwindkurs und flotten 6 Knoten Fahrt ab nach Symi. Die 33 SM können wir, bei später nur noch 4 bis 5 Bft, auf dem Schaukelkurs gemütlich absolvieren.

Wir haben reichlich Zeit, um der Crew das kleine Knoten Einmaleins  nahezubringen. Jürgen schafft es Eberhard mit dem Palstek zur Verzweiflung zu bringen. Alles machte er richtig? Das Ergebnis ist aber  ein Luftknoten à la Jürgen. Problematisch ist allerdings, dass der Luftknoten ansteckend ist und Eberhard auch von dem Bazillus befallen wird!


Bucht des Kloster  Panormitis

Glockenturm des Kloster Panormitis
Glockenturm des Kloster Panormitis

Unser Tagesziel das Kloster Panormitis, liegt einsam und vor Blicken von See her völlig geschützt in einer weiten Bucht im Süden von Symi. Ankerplätze gibt es reichlich, wir wollen aber, da es bereits auf 16 Uhr zugeht, direkt am L-förmigen Pier vor der Klosteranlage festmachen. Laut Hafenhandbuch kann die Pier gegen Abend genutzt werden. Tagsüber muss sie für die vielen Ausflugsboote und Fähren frei gehalten werden. Am Kopf der Pier finden wir bei achterlichem Wind vor Buganker einen idealen Platz!

Die Klosteranlage beherrscht das gesamte Ufer. Von außen wirkt das blendend weiße Kloster eher nüchtern, doch wie wir bei unserem späteren Besuch feststellen, befindet sich hinter dem Treppenaufgang mit dem verspielten Glockenturm ein stimmungsvoller, mit weißen und schwarzen Kieselsteinen gepflasterter Innenhof.

Fähre spuckt Touris aus
Fähre spuckt Touris aus

Das Tor wird jedoch erst geöffnet als die letzte Fähre des Tages direkt neben uns festmacht. Mehrere hundert Besucher spuckt der Bauch der Fähre direkt vor unsere Yacht. Die Abgase des Schiffsdiesels hüllen uns und unseren frisch zubereiteten Salat schnell in eine Gaswolke ein, da schließen wir uns doch lieber dem Touristrom an und nutzen die Zeit zur Klosterbesichtigung.

Nach 50 Minuten ist der Spuk vorbei, die Fähre legt ab, die Klostertüren werden geschlossen und eine himmlische Ruhe legt sich über die Bucht. Endlich können wir unser unterbrochenes Mahl fortsetzten. Die in der Abendsonne anstehende Besichtigung der Klosteraußenanlage können wir in aller Ruhe genießen. Der Uferweg um die Bucht mit seinen gusseisernen Parkbänken steht uns und den Ziegen exklusiv zur Verfügung und leuchtet golden im Licht der untergehenden Sonne. Das Kloster ist keine einsame Eremitage, sondern eher ein Miniatur-Städtchen, deshalb gehören außer dem Zellentrakt, in dem nur noch wenige Mönche leben, und der Kirche auch eine Taverne, ein Mini Markt und über 500 Betten für Pilger dazu.

Alarm -Anker schleift

Obwohl in der Bucht einige Boote vor Anker gegangen sind, findet sich am Abend in der einzigen Taverne nur ein kleines Häuflein von Gästen ein. Noch während wir über der Bestellung brüten findet unser Essen jedoch ein jähes Ende.

Die Frau unseres Nebenliegers stürmt in die Taverne „Schnell euer Boot treibt ab“. Mit einem Satz sind alle auf den Beinen und spurten zum Liegeplatz. Tatsächlich, der Anker schleift und das Boot hat sich bereits ca. 30 grd am Pier verdreht. Notdürftig versucht unser Nachbar mit einem Fender und per Muskelkraft das Schlimmste zu vermeiden.

Zuerst gilt es einen Sicherheitsabstand zum Pier zu schaffen. Motor an, Schub voraus und Festmacher etwas lösen. Die zweite Aktion wird in der Dunkelheit schon etwas problematischer. Der Wind hat bei ca. 6 Bft gedreht und kommt nun voll von Backbord. Nachdem die an der Leeseite des Piers liegende Yacht verholt ist, können wir den gewonnenen Platz nutzen und uns dort mit der Backbordseite längsseits sichern. Ein Ablegen in der Nacht, in unmittelbarer Strandnähe, im 3 m Bereich, hätte uns bei dem stark auflandigen Wind selbst bei kleinstem Fehler schnell auf den Strand versetzt.

Symi -Ormos Panormitis
Symi -Klosteranlage Ormos Panormitis

Dank des aufmerksamen Nebenliegers konnten wir den Schaden in Grenzen halten. Der Spiegel ist auf ca. 20 cm oberhalb der Wasserlinie aufgescheuert, es hätte schlimmer kommen können. Den Weg zurück, in die Taverne, haben wir gestrichen und unseren Adrenalinpegel mit den bordeigenen Reserven heruntergekühlt.

Da lagen wir schon 6 Stunden am Steg und hatten den Anker fest eingegraben. Erst als wir das Boot verlassen, da schleift der Anker! Am nächsten Morgen beim einholen des Ankers müssen wir feststellen, er hatte sich komplett gelöst.

Nach ausgiebigem Frühstück, mit frischem Brot direkt aus der Klosterbäckerei, ist auch der  Schrecken der letzten Nacht verdaut. Rhodos das Ziel dieser Crew liegt vor uns.

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