Wer an Kreta denkt, hat oft die endlosen Sandstrände des Ostens oder die weltberühmten Lagunen im äußersten Westen vor Augen. Doch das wahre, unverfälschte Herz der Insel schlägt in der Mitte. Der Küstenstreifen und das hügelige Hinterland zwischen der lebendigen Hafenstadt Rethymno und dem charmanten Fischerdorf Panormos bieten die perfekte Mischung aus venezianischer Geschichte, authentischem Dorfleben und traumhaften Badebuchten.
Egal, ob du mit dem Mietwagen entlang der malerischen Nordküste cruist oder das Gebiet ganz entspannt mit dem lokalen Bus für kleines Geld erkundest – diese Region zieht jeden in ihren Bann. Hier sind die besten Strände für deinen perfekten Trip durch Mittelkreta.
Auf dem Weg von Chania nach Osten verändert sich die Küste. Die kilometerlangen Sandbänder weichen schroffen Klippen, die immer wieder spektakuläre, versteckte Buchten freigeben.
Ich habe hier einige persönliche Hinweise/Empfehlungen basierend auf unseren Erlebnissen im Oktober 2026 zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis
Unwetter im Oktober 2026

Leider hatte uns das extreme Unwetter im Oktober 2026 erwischt und die Strände waren heftig zerrupft. An Baden war in der ersten Woche nicht zu denken. Das Wasser war aufgewühlt und hatte seine Farbe von Blau nach Braun gewechselt. Die Wellen waren gigantisch und gefährlich.
Die extremen Unwetter im Oktober 2026 galten als die schwersten auf Kreta seit Jahrzehnten. Die höchste Alarmstufe („Red Code“) wurde ausgerufen. In einigen Regionen fiel innerhalb weniger Tage so viel Regen wie sonst in einem ganzen Jahr – stellenweise wurden gigantische Wassermassen von über 440 bis zu 780 Millimetern gemessen.
Besonders die Regionen Rethymno wurden von den verheerenden Sturzfluten und Erdrutschen schwer getroffen. Die Wassermassen verwandelten Straßen in reißende Flüsse, spülten Autos ins Meer und führten sogar zu Fahrverboten und Evakuierungen.
In Skaleta, dort hatten wir unser Quartier, hat uns das Unwetter ungeschützt getroffen, da der Ort geografisch direkt in der Einflugschneise der Sturmsysteme lag. Skaleta liegt etwa 12 Kilometer östlich von Rethymno am äußersten Ende des langen Sandstrands. Weil die Küstenlinie hier noch offener verläuft und das bergige Hinterland steil ansteigt, trafen die Sturzfluten und Erdrutsche diesen Abschnitt mit immenser Wucht.
Besonders dramatisch war die Situation an der durch Skaleta führenden Nationalstraße. Das Wasser, das aus dem nahegelegenen Idi-Gebirge herabfraß, spülte enorme Sediment- und Erdmassen direkt hinunter an die Küste und Strände.
Die Straßen rund um die Hotels wurden teilweise komplett überschwemmt, Fahrzeuge wurden mitgerissen und es kam zu massiven Stromausfällen. Für die Hotels und Strandbars in Skaleta bedeutete dieses historische Unwetter das abrupte und vorzeitige Ende der gesamten Tourismussaison 2026.
Wir persönlich hatten Glück, unser Hotel, das Dedalos Touch Boutique Hotel, liegt auf einem Hügel. Die Wassermassen konnten in den Tälern vorbeirauschen. Nach 3 Tagen war der Spuk dann vorbei, nur seine Hinterlassenschaften konnten wir überall „bewundern“. Einzig Fahrten ins Hinterland, in die Berge und Schluchten mussten gestrichen werden.
Episkopi Beach
Wenn du etwas weiter westlich von Rethymno startest, findest du diesen gigantischen langen Sandstrand. Selbst in der Hochsaison verläuft sich hier alles. Perfekt für lange Strandspaziergänge und um den perfekten Sonnenuntergang zu beobachten.
Episkopi Beach auf Kreta ist ein echtes Paradies für alle, die kilometerweiten Sandstrand, entspannte Tavernen und viel Platz abseits der großen Touristenmassen suchen. Gelegen an der kretischen Nordküste zwischen Chania und Rethymno, erstreckt sich dieser goldene Sandstrand mit kurzen Unterbrechungen auf rund 10 km Länge und bietet selbst im Hochsommer eine Oase der Ruhe.

Was den Episkopi Beach so besonders macht
Der Strand von Episkopi ist vor allem eins: riesig. Je nach Abschnitt zieht sich dieser breite Sandstreifen über mehrere Kilometer (von Georgioupoli bis nach Petres) entlang der Küste. Das bedeutet: Selbst im geschäftigen August findet hier jeder sein eigenes, ruhiges Plätzchen.
Feiner, heller Sand trifft auf flach abfallendes, kristallklares Wasser. Direkt an der Wasserkante mischen sich manchmal ein paar Kieselsteine darunter.
Hier treffen sich vor allem Einheimische. Es geht herrlich unaufgeregt, entspannt und authentisch zu.
Da der Strand komplett offen nach Norden ausgerichtet ist, zeigt das Meer hier gerne mal sein ungezähmtes Gesicht. Die Wellen und die Dünung können stark werden, was den Strand perfekt für ausgiebige Spaziergänge im Gischtnebel macht, beim Schwimmen jedoch etwas Vorsicht verlangt.
Komfort trifft Natur: Die Ausstattung vor Ort
Obwohl der Episkopi Beach sehr naturbelassen wirkt, musst du auf keinen Komfort verzichten. Entlang des Strandes gibt es vereinzelte, gemütliche Strandbars und traditionelle Tavernen.
Das Beste daran ist, viele dieser Tavernen bieten kostenlose Sonnenliegen und Schirme an, wenn man dort ein Getränk oder eine Kleinigkeit zu essen bestellt. Zudem gibt es Süßwasserduschen, Umkleidekabinen und saubere Toiletten. Wer es komplett naturbelassen mag, läuft einfach ein paar Meter weiter und breitet sein Handtuch im weichen Sand aus.
Perfekt für Roadtripper
Die Erreichbarkeit ist unschlagbar einfach. Der Strand verläuft unweit der New National Road. Direkt hinter den Dünen gibt es reichlich kostenlose Parkplätze, sodass man keine langen Fußmärsche in Kauf nehmen muss – perfekt, wenn man mit Kühlbox und Strandmuschel anreist.
Platanes Beach
Der Platanes Beach ist ein weitläufiger, lebhafter Sandstrand, etwa 5 Kilometer östlich von Rethymno gelegen. Er bildet einen Teil des kilometerlangen Küstenstreifens der Bucht von Rethymno und verbindet exzellente touristische Infrastruktur mit natürlichen Besonderheiten.
Der Küstenabschnitt besteht primär aus feinem, goldenem Sand, der am Flutsaum teils in kleinere Kieselsteine übergeht. Badeschuhe sind meist nicht zwingend erforderlich, können das Hineingehen aber komfortabler machen.
Da der Strand ungeschützt an der Nordküste liegt, kann es bei Nordwind zu starkem Wellengang und spürbaren Unterströmungen kommen. Achte unbedingt auf das farbige Flaggensystem der Rettungsschwimmer vor Ort. Das Wasser fällt zudem nach einigen Metern recht zügig tief ab.
Bei unserem Besuch, kurz nach dem Unwetter, war an Baden und Relaxen nicht zu denken. Das Meer war noch sehr aufgewühlt und Schirme und Liegen in angeschlagenem Zustand. Klar, dass der Beachclub geschlossen war. Er machte auf uns aber trotzdem einen ansprechenden Eindruck.



Adele Beach
Dieser Strand erhält von uns die goldene Zitrone. Es kommt selten vor, dass wir einen Strand wieder verlassen. Müll, verdrecktes Wasser und Felsen im Wasser – da kommen wir nicht auf die Idee, ins Wasser zu gehen.
Der Strandabschnitt besteht aus einer Mischung aus Sand, Kies und Müll. Im Kies eingebettete Plastikfragmente zeugen davon, hier wird nichts gepflegt. Wer trotzdem ins Wasser will, sollte Badeschuhe nicht vergessen. Die neben der Bar stehende Ruine ist nur als wilde Müllkippe zu betrachten.
Beim Übergang ins Meer gibt es viele unregelmäßige Steine und felsige Abschnitte. Das Wasser ist trüb und lässt den Verdacht aufkommen, hier geht alles ungeklärt ins Meer. Der Strand fällt zudem recht steil ab.
Die an dem Beach gelegene Beach-Bar Roulis ist zwar nett anzuschauen, das Essen war jedoch aus der Fastfood-Küche. Der Service verdiente sich das Prädikat „bemüht“.




Spilies Beach -der Höhlenstrand
Die Spilies Beach stand zwar auf unserem Programm, konnten wir aber aus Zeitmangel nicht besuchen. Laut der folgenden Beschreibung aber sicherlich empfehlenswert. Der Höhlenstrand soll ein Juwel sein! Dieser Kieselstrand ist von steilen Felswänden umgeben, in die das Meer über Jahrtausende hinweg tiefe Höhlen gewaschen hat. Das Wasser ist glasklar. Eine charmante Strandtaverne sorgt für kretische Snacks.
Geropotamos Beach – Wilder Naturstrand mit kulinarischem Highlight
Wer abseits der Masse entspannen möchte, findet am Geropotamos-Beach ein echtes Highlight. Der Naturstrand liegt spektakulär unterhalb einer imposanten Brücke an einer Flussmündung. Dank seiner Lage ist der markante Sand-Kies-Strand meist windgeschützt. Neben der markanten Felsnadel im Wasser besticht der Ort durch seine wilde Atmosphäre.
Für das leibliche Wohl sorgt das dort ansässige, familiengeführte Restaurant-Taverna OldRiver. Hier genießt man exzellente, traditionelle kretische Gerichte und fangfrischen Fisch direkt am Flussufer. Gleich nebenan setzt die zugehörige Beachbar OldRiver dem Strandurlaub die Krone auf: Integriert in ein altes, traditionelles Fischerboot aus Holz, bietet sie erstklassige Cocktails und kühle Drinks, ohne dem naturbelassenen Ort seine urige, wilde Seele zu nehmen.
Auch dieser Strand hatte im Oktober heftig gelitten. Schirme, Liegen und sonstiges Strandmobiliar konnten nur noch von einem Bagger zu Abfallbergen zusammengeschoben werden. Der Atmosphäre der Taverne tat es keinen Abbruch, Service und Qualität waren überdurchschnittlich. Wir haben uns dort sehr wohlgefühlt.






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