Syros -Kirche Ermoupolis

Syros O. Phoinikas nach Mykonos

Hafenplan Syros Phoinikas
Hafenplan Syros Phoinikas

Mehr als 30 sm liegen vor uns, da heißt es früh aufstehen. Für unsere Nachteulen kein leichtes unterfangen -hart ist das Bootsleben! Um den Körper auf Touren zu bringen überrascht uns Jürgen mit Spiegeleier spezial und Reinhard steuert frisches Brot mit eingebackenem Käse und Schinken vom Bäcker bei. Zusammen mit extra starkem Kaffee können alle Lebensgeister regeneriert werden.

Der morgendliche Bootscheck zeigt, unser Süßwasserverbrauch ist erheblich. Ohne Marinaservice, bei täglicher Körperpflege geht einiges an Wasser über Bord. Unsere Bavaria 39 hat zwei Wassertanks mit je ca. 250 Liter, erfahrungsgemäß wissen wir, dies reicht unter den Rahmenbedingungen für 3-4 Tage. Bereits am Vortag hatten wir auf den zweiten Tank umgeschaltet, also gilt die für griechische Inseln wichtige Regel, Wasser fassen, wo es möglich ist. 300 Liter zum Preis von 3,00 € tanken wir auf. Die Versorgung an diesem kleinen Hafen klappte wirklich vorzüglich. Unsere „Sklaven“ nutzten das Frischwasser gleich noch für eine kurze Deckswäsche und schon erstrahle das Boot in frischem Glanz.

Nun noch eine kleine Reparatur, das Tau der Gangway hatte sich über Nacht durchgescheuert, die Holzbohle lag im Wasser. Diese Primitivversion einer Gangway ist zwar brauchbar und auf Charterbooten üblich, die Art der Befestigung war jedoch schlecht gelöst. Ein Tau durch ein Loch in der Bohle, das scheuert bei schwankendem Boot sicher durch. Wir werden die Bohle wohl in Zukunft Nachts einholen, sicherlich auch unter dem Aspekt von nächtlichen ungebetenen Besuchern die bessere Lösung.

Syros -Kirche Ermoupolis
Syros -Kirche Ermoupolis

Bei unsicheren Wetterverhältnissen wollten wir um 9:00 Uhr ablegen, aber was ist los? Festmacher lösen, langsame Fahrt voraus, Anker auf, ENDE.
Schnell wurde klar, der Anker hängt fest und die Sicherung ist wegen Überlastung raus gesprungen. Der Sicherungsautomat war kein Problem, ein Blick zum Grund jedoch besorgniserregend. Als Taucher bin ich für solche Aktionen zuständig, d.h. Maske und Schnorchel auf und ab zum unfreiwilligen Bad. Das Dilemma ist eine Mooringkette welche quer vor dem Kai verlegt ist. Wie ich später vom Hafenmeister erfahre, waren nach der Hafenerweiterung Mooringbojen ausgelegt. Leider wurden die Leinen immer wieder von den Yachtis geschrotet und die laufende Reparatur per Taucher zu teuer. Was macht man dann in südlichen Gefilden? Klar Leinen weg und die Kette bleibt als Ärgernis für die Yachten. Zu allem Unglück war in dem von uns verwendeten Hafenhandbuch von Radspieler der neue Hafen noch gar nicht eingezeichnet. In unserer zweite Unterlage, ein Auszug aus dem Hafenhandbuch des Nautik Verlages weißt zwar auf Mooring hin, wir hatten jedoch „nicht vorhanden“ mit nicht gebaut interpretiert.

Jetzt war guter Rat teuer. Ca. 15 Meter vom Kai entfernt auf 8 Meter lag unser Anker unter der Kette. Meine Tauchversuche brachten mich zwar bis zum Anker, ein lösen war jedoch nicht möglich. Der Hafenmeister als guter Geist der Anlage hatte uns schon im Blick, als ich zu ihm hin schwamm hatte er gleich gute Ratschläge! Ein Taucher koste 150€, na da werden wir wohl noch einiges probieren. Hilfsleine runter bringen, per Kreisfahrt Anker lösen usw.

Aber nein, da taucht der gute Geist des Hafens auf, ein taubstummer Freund des Hafenmeisters. Für ein kleines Entgelt ist er bereit seine Tauchkünste zur Verfügung zu stellen. Der vergleichende Blick zwischen unseren Körpern lässt mich neidvoll erkennen, hier steckt mehr Substanz in durchtrainierter Muskelmasse zur Verfügung. Mit meiner Maske taucht er weg und als wir schon eine Wasserleiche erwarten, kommt er prustend aus dem Wasser geschossen. 20€ Aktionsbeitrag, bei freiem Eintritt für alle anderen Skipper und unser Problem war gelöst. Ich denke da hat sich für unsere griechischen Freunde eine gute Einnahmequelle aufgetan.  Also, Achtung oder Euroscheine bereithalten.

Mykonos für Kreuzfahrer
Mykonos für Kreuzfahrer
Mykonos

Eine strahlende Sonne hätte uns jetzt sicher aufgeheitert, statt dessen setzte Dauerregen ein, mit griechischem Wetter hatte dies nun wahrlich nichts zu tun. Nur unter Motor geht es durch die Meerenge zwischen den Inseln Rineia und Delos weiter nach Mykonos. Auf den eingeplanten Zwischenstopp auf Delos verzichten wir, bei Regen und zusätzlichem leichten Nebel wollten wir nur so schnell wie möglich den Zielhafen anlaufen.

Altstadthafen Mykonos
Altstadthafen Mykonos

Kurz vor der Einfahrt in den alten Stadthafen von Mykonos hat Zeus mit uns erbarmen, der Regen hört auf und einzelne Sonnenstrahlen geben den Blick frei auf die Touristenhochburg. Zwei Kreuzfahrtschiffe und mehrere große Yachten ankern vor dem Hafen und haben ihre Massen in die Altstadt geschippert. Der Altstadthafen ist nur noch für Ausflugsboote und für die Zubringer der Kreuzfahrtschiffe frei. Yachten müssen in der „neuen“ Marina im Norden festmachen. Als Yachti wollen wir aber den Blick von der Meerseite genießen und machen eine Hafenrundfahrt. Klar der Hafenmeister kommt gleich mit dem Motorboot vorbei und weißt uns auf das Liegeverbot hin.

Die Hafenpromenade der typischen Kykladenhäuser ist zwar beeindruckend, erschreckend ist jedoch der Lindwurm an Touristen welcher sich durch die kleinen Gassen zwängt. Bei zwei Kreuzfahrtschiffen kein Wunder. 4-5000 Touris, da brummt das Geschäft. Yachten sind da störendes Beiwerk. Für uns gilt weiter zur neuen Marina.

Landratte Reinhard am Steuer
Landratte Reinhard am Steuer

Die Marina New Port Tourios, seit mehreren Jahren mit dem Prädikat Neu bzw. im Bau versehen ist kein Platz, zum Wohl fühlen. Unsere Wertung: Eine Katastrophe, zwischen Bauschutt und Abraum kann geankert werden. Vom Komfort einer Marina hat man hier noch nichts gehört. Zusätzlich wird der überwiegende Teil der Marina von Fischerbooten und Dauerliegern beansprucht. Den Kopf der Mole belegt eine Fähre, die Außenmole ein Kreuzfahrtschiff. Der verbleibende Platz reicht für ca. 10 Boote! Es passt alles bestens ins Bild -Yachten nicht willkommen. Unsere Entscheidung ist schnell gefällt: Mykonos Ade.

Bis Tinos unserem nächsten Etappenziel, sind es nur gut 90 Minuten, wie sich später herausstellte, eine richtige Entscheidung.

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