Kalymnos -Ormos Palaio

Kalymnos Ormos Vathy nach Kos Marina

Unser letzter Segeltag ist angebrochen und schon wieder  neigt sich ein Törn dem Ende zu. Laut SMS Wetterinfo sind 4 Bft bei 1 m Welle angesagt, zum Abschied traumhafte Bedingungen.Wegen einem Problem sind wir aber froh, bald den Heimathafen anzulaufen. Bereits vor zwei Tagen leuchtete auf unserem Paneel eine Diode unter dem Hinweis Fäkalientank Hecktoilette! Zuerst etwas unverständlich, laut Einweisung bei der Übernahme gibt es dergleichen nicht! Für uns auch klar, dies ist absolut üblich auf griechischen Schiffen. Informationen jeglicher Art waren auf der Yacht nicht zu finden, Skipper gleicher Yachten hatten die Einrichtung auch nicht. Also geht’s ans praktische. Auf offener See wird die Pumpe zwecks Entleerung angeschmissen, Pech die Lampe leuchtet weiter. Haben wir etwas falsch gemacht? Über das Rohrsystem finden wir die Pumpe, sie brummt zwar, es tut sich jedoch nichts. Da ist guter Rat teuer, Rohrreinigung und zerlegen des Ganzen ist nicht in unserem Sinn, also besser die Nutzung auf das noch in Takte zweite Bugsystem einschränken.In der letzten Nacht war wohl bedingt durch die Durchfallerkrankung ein Malheur passiert. Toilette benutzt, Handpumpe betätigt, überlauf und Austritt an der Backbordseite. Bis dahin noch kein Problem, mal abgesehen von der Geruchsbelästigung des Nachbarn. Aber prompt hatten wir exakt an der Austrittsöffnung einen Fender angebracht. Die bräunliche Färbung welche wir erst beim Auslaufen bemerkten, sah nicht appetitlich aus. Was soll’s, das Meer kann ihn ja reinigen? Fender ins Schlepptau genommen und im Heckstrudel startet die Waschmaschine.

Kalymnos -Ormos Palaio
Kalymnos -Ormos Palaio

Bis zu dieser Stelle alles bestens, erst zwei Stunden nach dem Auslaufen um 11:30 revanchiert sich der Fender. Wir steuern eine Badebucht auf Pserimos (36º56,1’N 027º098,2’E) an. Anker ab, Rückwärtsfahrt um den Anker einzugraben, ein Aufschrei Stopp. Schon zu spät die Leine des Fenders wurde von der Schraube erfasst und um die Welle gewickelt.Wir hatten Glück, die Maschine wurde rechtzeitig gestoppt und die Leine war nur 3-4 mal um die Welle gewickelt. Mit Maske, Schnorchel und Bootshaken bewaffnet können wir die Leine lösen, das hätte schlimmere Folgen haben können.Drei Stunden Ruhe und Sonnenbaden unter dem wolkenlosen Himmel der Ägäis lassen uns schon jetzt von zukünftigen Törns träumen.Für den kleinen Hunger werden alle Reste der Kombüse zu einem bunten gemischten Salat zusammengesucht, danach ein letztes Bad und Anker lichten. Gemütlich fahren wir zur Stadtbesichtigung am alten Hafen von Kos vorbei, immer darauf bedacht den großen Fähren und Luxuslinern nicht in die Quere zu kommen.

Crew: Klaus, Brigitte, Lada, Gerhard
Crew: Klaus, Brigitte, Lada, Gerhard

Letzte Aktion ist das Füllen des Tanks an der Außenseite der Marina, der Verbrauch war gering und belastet unser Budget nur mit 57 Euro. Nun heißt es nur noch den Hafenmeister herbeirufen und unter seiner Führung die freie Box ansteuern. Um 17:15 legen wir mit dem beruhigenden Gefühl, alle Gesund und Munter zurück, an und keine Schäden am Boot. Das letzte Ankerwasser können wir deshalb auch besonders genießen und Zeus für seine Unterstützung danken. Nachdem wir unter Unterstützung der Marina die Flüge gecheckt, Taxi bestellt und die Bootsübergabe für den nächsten Morgen vereinbart hatten,  konnte in aller Ruhe der letzte Landgang in Angriff genommen werden.Kos mit seinem Massentourismus war nach zwei Wochen Idylle ein Kulturschock. Eine Stunde umringt von Massen, auf der Suche nach dem typischen Mitbringsel was keiner braucht, reichte. Schnell ging’s in eine abseits gelegene Taverne wo wir für viel Geld, bei mittelmäßiger Qualität von den einsamen kleinen Tavernen unserer Inseln träumen konnten.

3 Gedanken zu „Kalymnos Ormos Vathy nach Kos Marina“

  1. Hallo Guenther, es ist richtig, dass der SMS Bericht nur eine relativ grobe Vorhersage ist. Rund um die Inseln, spez. während des Meltemi sind bis zu 2 BFT Unterscheidung. Details sind nur über Poseidon erhältlich. Problem ist nur, dass auf vielen Inseln (Buchten und Ankerplätzen) kein Internetzugang und kein Hafenmeister vorhanden ist.
    Deshalb ist SMS besser wie nichts!!!

  2. Hallo Klaus…

    hat denn der SMS-Wetterbericht immer mit dem tatsaechlichen Wetter
    uebereingestimmt..?
    Ich koennte mir vorstellen,dass im Inselbereich die Windrichtung
    und Staerke Abweichungen aufweisen.
    Aha…na dann wissen wir immerhin schon in welche Taverne wir NICHT
    gehen…hihi..
    Konnte den von Dir beschriebenen Bootshaken bewundern…hihi
    Tja…das ist der uns auch schon passiert mit einer Kette..!
    Auch nichts beschaedigt aber problematisch zu entfernen…
    aus diesem Grunde bin ich jetzt sehr vorsichtig mit Leinen im
    Heckbereich..!

    73 de Guenther dj8ki

    Erklaerung: hi -> ich lache
    73 -> Viele Guesse
    de -> von

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