Eingang zum Kloster Chozoviotissa

Crew 2 auf Inselerkundung

Am Morgen herrscht große Aufregung im Hafen unser äußerer Backbordnachbar musste erleben, dass er gegen eine Fähre keine Chance hat. Er hat zwar Glück im Unglück, aber trotzdem einen erheblichen Schaden.Was war passiert? Als die Fähre um 6:00 auslief war er getrieben aus einer inneren Ahnung schon an Deck und musste mit ansehen, wie die Fähre beim Anker lichten, seinen Anker auffischte und dann versuchte aus dem Hafen auszulaufen. Die Kraft der Fähre gegen die dünnen Festmacherleinen eines 40 Fuß Schiffes ließen sein Boot erzittern. Die Ankerkette hing wagerecht über der Wasseroberfläche, sicherlich ein seltener Anblick. Nur durch sein beherztes einschreiten und kappen der Festmacherleinen konnte der Schaden in Grenzen gehalten werden. Die Yacht wurde danach heftigst beschleunigt und in Dingimanier hinter der Fähre hergezogen. Unverständlich war uns wieso auf der Fähre niemand etwas bemerkte!.Mit Unterstützung einiger Fischer konnte der Kettensalat entwirrt werden und die Yacht am Kai gesichert werden. Alle Beschläge und die Ankerwisch waren herausgerissen. Die Schweizer Eigner waren sich sicher, hier werden sie nie mehr festmachen!Der Meltemi steht weiter an und der Schwell im Hafen ist beträchtlich, Festmacher und Anker werden einer weiteren Belastungsprobe unterzogen. Ein Negativbeispiel der Befestigung liefert unser griechischer Skipper. Er und die Crew haben das Schiff verlassen und sich in einem Hotel eingemietet. Bordwache ist wohl ein Fremdwort! Ich stelle am Morgen fest, dass er seine Luvleine über eine verrostetes Moniereisen geführt hat. Sie ist fast durchgescheuert und damit eine Gefahr – nicht nur für sein Schiff. Mit vereinten Kräften beheben wir seinen Schaden und befestigen das Schiff am Poller. Andere Yachten haben sich wegen des Problems mit den verrosten Ringen aus Moniereisen inzwischen Ketten als Kupplungsstücke besorgt, um die Festmacherleinen zu schonen. In Zukunft werde ich den Ringen im Hafen sicherlich mehr Aufmerksamkeit widmen.Da war für meine Frischlinge ja am frühen Morgen einiges geboten. Einigermassen erholt von dem langen Vortag, gestärkt durch ein ausgiebiges Frühstück unter dem blauem Himmel der Ägäis war der Tatendrang groß. Da an Auslaufen nicht zu denken war und ich durch meine Erkundungen viel über die Insel berichten konnte war die Neugierde groß.Ein Mietwagen war schnell gefunden. In unmittelbarer Hafennähe gibt es alleine drei kleine Anbieter welche auch über ihre Preise feilschen ließen. Wir einigten uns schnell auf 30€ /Tag inkl. aller Versicherungen. Damit stand unserem Tatendrang nichts mehr im Weg.

Eingang zum Kloster Chozoviotissa
Eingang zum Kloster Chozoviotissa

Besuch Klosters Chozoviotissa

Der Besuch des Klosters Chozoviotissa war natürlich ein besonderes Erlebnis. Mit ihren „schönen“ Wickelröcken durften auch die Frauen ins Klosterinnere um sich an dem köstlichen Kräuterschnaps zu laben. Auch die Kultur kam bei dem Besuch nicht zu kurz. Das Klosterinnere kann, wen auch klein, doch mit einigen Schätzen aufwarten.

Amorgos -Beach von Kamari
Amorgos -Beach von Kamari

Über den Höhenzug ging es dann weiter zu der Beach von Kamari, dieser von mir vorab erkundete Strand stand uns zur alleinigen Benutzung zur Verfügung. Im Windschutz der Felsen konnte das frische weiße Fleisch in der Sonne braten. Dies war ganz nach dem Geschmack von Brigitte. Nur mühsam war die Crew zur Weiterfahrt zu bewegen, nur das Versprechen auf Wein und griechische Leckereien konnte sie von diesem herrlichen Fleckchen Erde weglocken.Zum Abschied noch ein Drink auf der Terrasse der Kaffeebar, dazu der traumhafte Ausblick, ja das ist Kykladenromantik pur. Gerne hätten wir auch unseren Hunger hier gestillt, leider nicht möglich. Das zurückliegende Restaurant offeriert griechische Küche, leider nicht der Hit im Vergleich zur Terrasse. Da wollen wir lieber weiter suchen.Das Warten hat sich gelohnt, fast am äußersten Zipfel von Amorgos am Eingang des Bergdorfes Kolofana winkt uns die Wirtin einer winzigen Taverne heran. Eine wirklich gute Wahl. Unter wildem Wein sitzen wir als einzige Gäste auf der Terrasse und verständigen uns mit Gesten und Brocken von Englisch zu unseren Wünschen. Wo ein Wille ist, da ist ein Weg und unser Essen wird so wie wir es uns vorstellten. Die „kleinen“ Vorspeisen, für den Hunger eines Schwerstarbeiters waren einfach nur lecker. Zaziki, Souvlaki, gegrillter Octopus, Salat zusammen mit frischen selbst gemachten Pommesfrittes sowie Wein und Bier für vier Personen zum Preis von 30 Euro. Ja da freut sich das Schwabenherz, hier stimmte Preis und Leistung.In diese Ecke der Insel verirrt sich kaum ein Touri, der Opa welcher mit seinem Enkel uns Gesellschaft leistete war sichtlich über die Abwechslung im Tagesablauf erfreut. Seinen Erzählungen konnten wir leider nicht folgen und nur erahnen was er uns vermitteln wollte.Nach diesem späten opulenten Mahl werden wir zum Abend kaum noch Appetit haben!Zurück in Katapola gilt unsere Sorge zuerst dem Schiff, die Nachbarn sind zwar alle sehr hilfsbereit und schauen nicht nur nach ihrem Boot, trotzdem ist die eigene Prüfung notwendig.

Amorgos, Würfelhäuser
Amorgos, Würfelhäuser

Inselhauptstadt Chora

Beruhigt können wir feststellen, dass alles in bester Ordnung ist. Nun im schönen Licht der Nachmittagssonne wollen wir die Inselhauptstadt Chora besichtigen.Die Chora ist für den Autoverkehr gesperrt, Esel sind die einzigen Transportmittel. Geparkt wird auf dem öffentlichen Parkplatz direkt am Ortseingangs.Ein Gewirr von Würfelhäusern und enge schattige Gässchen empfangen uns. Integriert in das Ortsbild sind Dutzende von strahlend weißen Kirchlein und Kapellen. Fürs Auge ein Genuss ist das Wechselspiel von uralten Bruchsteinruinen und frisch gekalkten Kykladenhäuschen mit Türstöcken aus Marmor. Abseits der gewundenen Hauptgasse verlaufen schmale, holprige Treppenwege, dazwischen findet man kleine, intime Plätze und verschwiegene Winkel.Der Tourismus hat auch hier Einzug gehalten, dennoch ist die Chora noch immer ein Tipp: nicht überlaufen, freundliche Einheimische und Plätze zum verweilen. Wir schlendern die lange gewundene Hauptgasse entlang und sind von der Vielzahl der Eindrücke fasziniert. Abstecher in die Seitengassen über holprige Stiegen, durch niedrige Übergänge runden das Bild ab. Ein Abendspaziergang nach Rahidi und Einkehr in einer der dortigen Tavernen sind gelungener Abschluss des ersten Tages „an Bord“. Alle sind sich einig, der Tag war phantastisch, auch abseits der Yacht gibt es vieles zu entdecken und erkunden.Wir hoffen trotzdem auf den Wettergott und ein abklingen der Starkwinde. Mit der neuen Crew bestehend aus zwei Frischlingen (Lada und Brigitte) an Bord einer Segelyacht wollen wir nichts übertreiben. Es soll Spaß machen und Geschmack auf weitere Törns wecken.Fortsetzung…

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