Amorgos Katapola -Maltezi Beach

Anreise Santorini nach Amorgos bei Meltemi

Wetterbericht einholen ist weiterhin erste Pflichtaufgabe. 7-8 Bft sind für die nächsten 3 Tage angesagt. Klares Zeichen ist auch der Fährbetrieb der Small Cyclades Line, die Verbindung zwischen den Inseln der kleinen Kykladen ist weiter eingestellt.Trotz dieser Widrigkeiten will mein Backbordlieger eine Bavaria 38 auslaufen. Er will mit aller Gewalt  seinen Törnplan, weiter nach Santorin, einhalten. Andere Skipper raten ihm dringend ab! Wie ich später erfahre, wir treffen die Crew in Kos wieder, war die Überfahrt mehr wie ruppig und einige Crewmitglieder durften die Spuktüten füllen. Das Schiff war bis auf den letzten Platz mit Jugendlichen und Erwachsenen belegt.Unglaublich war jedoch sein Abschied – er löste meine Bugleine (Springverbindung), wirft die Leine auf mein Schiff und verschwindet. Da ich zu dem Zeitpunkt nicht am Schiff war, musste ich froh sein, dass mein Anker hielt. Es hingen an unserem Boot noch zwei weitere mit Ihrer Bugleine. Zurück am Boot, war nach dem Schreck zuerst Sicherung angesagt, d.h. Ausbringen einer Vorspring. Die einfachsten Regeln einer verantwortlichen Bootsführung wurden hier nicht eingehalten.Der Liegeplatz bleibt nicht lange frei, der griechische Skipper, welcher über Nacht am Fährpier lag, steuert die Lücke an. Bei dem starken, seitlichen Wind das Schiff in die Lücke zu steuern, wahrlich eine Aufgabe. Anker auf Luv fest einfahren und Schiff bis auf Höhe der Lücke treiben lassen, dann mit voller Maschinenkraft, Steuer voll Backbord in die Ankerkette bis das Schiff dreht, dann sehr schnell ein Stück Luvleine dicht holen, minimal Kette stecken und dies immer wieder. Die Luvleine, bestehend aus zwei angesetzten Landleinen, hatte einer seiner Jungen davor schwimmend an Land verbracht. Über die Wischen wird das Schiff so im Zickzackkurs in kleinen Stücken dicht geholt. Kompliment, das war super und macht ihm so schnell keiner nach. Diese Showeinlage, welche ca. 30 min dauerte führte unweigerlich zum Auflauf aller Hafenbesucher, das Ereignis des Tages. Es hätte nicht viel gefehlt und es hätte Szenenapplaus gegeben. Selbst das Problem des Leinenübergangs wurde elegant und gekonnt gelöst.

Besuch Maltezi Beach

Nach dieser Showeinlage mache ich mich zu Fuß auf, die Bucht näher zu erkunden. An der Uferpromenade führt der Weg über einen Schutzwall zur anderen Seite der Bucht. Von dem dortigen Ortsteil Rahidi, mit seinen direkt am Ufer gelegenen Tavernen, blickt man über kleine, im Wasser dümpelnde Fischerboote, zurück nach Katapola. Weiter die Dorstraße am oberen Küstenrand entlang, erreicht man bald ein Hinweisschild, zu dem lang gezogenen Kiesstrand Maltezi Beach. Über Felsen und Dünen kommt am hinteren Zipfel der Bucht dann ein kleiner Sandstrand mit Bar, Liegestühlen und natürlich auch reichlich Touris.

Amorgos -Maltezi Beach
Amorgos -Maltezi Beach

Der beliebte Strand wird stündlich von Katapola mit einem kleinen Taxiboot angefahren. Erst ab 17:00 kehrt Ruhe ein. Danach reduziert sich das Geschehen auf weniger wie ein halbes Duzend Gäste. Im Schein der untergehenden Sonne, vorbei an einer kleinen, auf einer Felsklippe liegenden Kapelle, geht es zurück nach Rahidi. Direkt am Ufer laden Stühle und Tische im typisch „gemütlichen“ griechischen Design nicht nur Touris, sondern auch alte und junge Griechen -nicht Frauen- zum verweilen ein. Ein Glas Ouzo, Wasser und Oliven und schon stimmt die Welt. Alle Hektik wird hier sofort abgelegt.Hier sei angemerkt, wer auf den Stühlen länger sitzt, muss wohl seit Generationen speziell geformte Gesäßflächen besitzen. Mir ist es noch nie gelungen eine geeignete Sitzposition zu finden!Dieser Abend entwickelte sich für mich zu einer Durchhalteübung. Die Crew 2 (Lada, Brigitte und Gerhard) sollte wen als glatt verläuft um 2:00 in Amorgos ankommen.Diese Anreise stand von Anfang an unter einem schlechten Stern. Geplant und schon zeitig gebucht war ein früher Direktflug von Stuttgart nach Santorini, Ankunft um 9:55. Da hatten wir die Rechnung jedoch nicht mit Hapagfly gemacht. Der Flug wurde mangels Teilnehmerzahl gestrichen und eine Alternative ab Frankfurt angeboten. Dies wäre ja noch im Rahmen, aber Abflug um 4:10 ist eine Zumutung. Mangels Alternative blieb nichts anderes übrig, schließlich hatten wir ja alle anderen Buchungen getätigt. Die deutsche Bahn konnte bei diesen Zeiten als Zubringer vergessen werden, Nachts geht nichts!. Der Mietwagen musste her, jedoch mit Fahrzeit und besonderer Reserve wegen Fußball WM Spiel in Stuttgart bedeutete dies Abfahrt um 10:00. Ein langer Tag mit Zwischenstopp in Mykonos stand bevor.Um das ganze noch zu steigern ankerte ich nun nicht wie geplant in Santorini sondern in Amorgos! Über Mail, SMS und Telefon hatten wir verschiedene Fährverbindungen von Santorini nach Amorgos ausgetauscht. Über allem Stand aber das große Fragezeichen Meltemi. Gibt es an dem Tag eine Fährverbindung? Per SMS erhielt ich im laufe des Tages den ersten Zwischenbescheid, ja wir haben eine Fähre von Santorini nach Naxos erhalten, ob es von dort weiter geht wird sich herausstellen. Sie hatten Glück, es gab eine Anschlussverbindung mit einer sehr großen Fähre welche auch bei den widrigen Winden fährt.Um 03:00 war es geschafft, total erschöpft nach 29 Stunden Anreise konnte ich sie an der Fähre abholen. Ich war, Gott sei es gedankt, nicht eingeschlafen. Dann hätten sie ein ernstes Problem gehabt, welches Boot ist es!Nach einer Flasche Begrüßungswein fielen alle nur noch erschöpft in ihre Kojen.Fortsetzung….

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