Levitha -zur Taverne

Amorgos Katapola nach Levitha

Schon früh wollen wir heute los, ein langer Schlag bis Levitha steht vor uns. Da wir in Levitha keine Versorgungsmöglichkeiten haben müssen wir noch auf den Bäcker warten. Der Laden hat zwar bereits wie am Vortag eruiert ab 6:00 geöffnet, dass das Brot aber erst um 8! kommt hat uns keiner gesagt. Wir sind halt in südlichen Gefilden, Laden geöffnet, aber keine Ware. Was soll’s, die Uhren laufen langsamer und wir genießen es. So ist Zeit, zum gemütlichen Frühstück und um Brigitte zu beruhigen. Brigitte hat eine unruhige Nacht hinter sich, der Wind und Schwell war in der Nacht noch heftig und die Angst vor hoher Welle und kräftigem Wind sitzt ihr im Nacken. Schlechte Träume, über Katastrophen aller Art, Monsterwellen, Schiffsuntergänge, Meeresungeheuer usw. taten ihr übriges.Durch das verspätete Auslaufen bekamen wir die neuesten Hafen News auch noch mit. Unser Schweizer Pechvogel war wieder Ziel einer Attacke. In den frühen Abendstunden, war noch ein Einhandsegler in die Bucht eingelaufen. Er hatte wohl Probleme mit dem Schiff und während er bei der Schadensbehebung unter Bord war, kollidierte sein Schiff mit den Schweizern. Endergebnis war ein mittlerer Schaden und Unmengen von Papierkrieg. Wie hatte der Schweizer schon gesagt: Nie wieder dieser Hafen, ich denke bei seinem Pech sollte er sich daran halten.Endlich um 8:15 können wir ablegen, alles klappt super, und wir können zu neuen Taten schreiten. Um ein aufwendiges kreuzen gegen den Wind zu vermeiden und damit die Tagesstrecke nicht unnötig zu vergrößern, fahren wir die ersten 5 sm bis zum Kap unter Motor. Für eingefleischte Segler sicherlich ein Affront.  Da aber zwei der neuen Crewmitglieder noch nie gesegelt sind wollte ich den ersten Tag nicht zu lang gestalten.Für Lada war die Entscheidung leider schlecht. Hohe Wellen lassen unser Schiff doch erheblich schwanken, Seekrankheit bereits nach kürzester Zeit ist das Ergebnis. Die ersten zwei Vomex A hatten den Magen kaum gesehen, die Fische waren dankbare Abnehmer. Nochmals eine Vomex A sorgt dann für Verbesserung. Es brauchte aber bis zum Anlegen in Levitha um Lada wieder ins Leben zurück zu holen. Die Nachwirkungen, totale Schläfrigkeit wirkte noch bis in den späten Abend.Es ist soweit, um 10:00 können wir Großsegel und kurz danach auch Vorsegel setzen und das Schiff liegt bei 4 Bft sofort viel ruhiger im Wasser. Auf Halbwindkurs frischt der Wind zunächst noch auf und wir reffen das Vorsegel auf ¾. Später können wir aber unter voller Segelfläche den Tag richtig genießen. Segelmanöver mit der reduzierten Crew werden geübt, genau der richtige Wind für solche Trainings. Wie vorhergesagt nimmt die Welle im laufe des Tages immer mehr ab, zuletzt sind es noch 0,5m. Im Vergleich zur Welle am Morgen im Ausgang der Bucht von Katapola haben wir nun glatte See, die besten Bedingungen für unsere Neulinge.

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Bereits um 14:45 legen wir in Levitha an der Festmacherboje an. Das hätte ich nicht gedacht, dass ich so schnell wieder hier bin. Oft hatten wir Törnberichte gelesen wo Segler in Häfen fest hingen, jetzt hatte es uns erwischt und unseren gesamten schönen Plan über den Haufen geworfen.Da wir den kritischen Bereich um Amorgos nun verlassen haben, müssen wir im Bereich der Dodekanes nicht mehr mit so starken Meltemi rechnen. Dort sind bei den vorherrschenden Winden aus NW 1 bis 3 Bft weniger anzutreffen.Zum Abend in der schon bekannten Taverne überraschte uns der Wirt wieder mit Köstlichkeiten. Die mir schon bekannten Zucchini Bools (eingelegte Zucchini) ergänzt mit einem Zucchini Kuchen, Rosemarienkartoffeln und reichlich frischem gegrillten Fisch spülten wir mit dem spritzigen Weißwein herunter. Der Fisch für 30€/kg war für griechische Verhältnisse preiswert. Da der ganze Spaß inkl. Wasser und 3 Flaschen Wein nur 65 Euro kostete wurde unsere Bordkasse nicht groß geschmälert.Gerhard unser Dingikapitän, paddelte unsere weinbeseelte Crew sicher zurück zur Carinya, wo wir in Ruhe den einmaligen Sternenhimmel, an diesem einsamen Flecken Erde, fernab von allen Massen bewundern konnten. Ohne Streulicht einer in der nähe gelegenen Großstadt und deren Dunstglocke sehen wir Sterne wie noch nie zuvor.Fortsetzung…

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