Kirche der Panagia Evangelistria

Tinos -Zentrum der religiösen Verehrung

Tinos mit seinen etwa  8.500 Einwohnern, ist eine dem Marienkult geweihte Insel. Die 195 km2 große Insel ist gebir­gig, ihr höchster Berg im Südosten ist 713 m hoch.

Jedes Jahr im März und August kommen Pilger aus ganz Griechenland hierher, um zu beten oder ein Gelübde einzulösen. Ihren Höhepunkt erreichen die religiösen Festlichkeiten am 25. März und am 15. August, wenn die Menschen zu Tausenden in die Marienkirche strömen und sich auf den Straßen drängen, wo Händler wie bei jedem großen Volksfest ihre Ware feilbieten. In dieser Zeit ist kein Zimmer frei, Tionos platz aus allen Nähten.

Die Küsten sind bald steil und unzugänglich, bald zerklüftet und in malerische Buchten mit Sand- oder Kieselstrand gegliedert. Das Wahrzeichen von Tínos sind die pittoresken Taubenhäuschen und ihrer Dörfer aus weißem Marmor.
Am Inselinneren ist der Tourismus bis jetzt nahezu vorübergegangen, und so sind die Dörfer noch unverfälschte Beispiele gewachsener Architektur.

Tinos-Stadt

In Tinos-Stadt, leben die meisten Einwohner. Auf den ersten Blick wirkt die Stadt, fast kleinstädtisch, sie ist eine der hübschesten und lebendigsten Kykladenstädte. An der Hafenstraße reihen sich Hotels, Gaststätten und kleine Läden aneinander. Im Hafen mit seinen Fischerkähnen, Segeljachten und den mehrmals am Tag einlaufenden Fähren herrscht immer ein reges Treiben.

Kirche der Panagia Evangelistria
Kirche der Panagia Evangelistria

Eine breite, mit Steinplatten ausgelegte Wallfahrtsstraß, führt vom Hafen direkt hinauf zur Kirche „Panagia Evangelistria“. Um ihre Demut zu zeigen, legen die meisten diesen Weg auf den Knien zurück. Die Straße hat deshalb extra einen mit Teppichboden ausgelegten Gebetsstreifen. Als Aufgang zur Kirche kann man auch die parallele, marmorgepflasterte Geschäftsstraße mit zahllosen Souvenirläden benutzen.

Das imposante Bauwerk aus Marmor wurde auf der Anhöhe über der Stelle errichtet, wo eine Nonne einst die wundertätige lkone fand und beherrscht das ganze Stadtbild. In den Seitentrakten der Kirche ist das Museum Tinischer Künstler und die berühmteste Ikonenmalerschule Griechenlands zu finden.

Die in der Kirche aufbewahrte Marienikone lag über 800 Jahre unter den Trümmern der niedergebrannten byzantinischen Ag. Inannis- Kapelle. Ihr Versteck soll der Nonne Pelagia aus dem Kechrovouni- Kloster in einer Vision von der Jungfrau Maria kundgetan worden sein. Am 30. Januar 1823  in der Zeit des Befreiungskampfes gegen die Türken  fand man das Marienbild dann tatsächlich und begann noch im gleichen Jahr mit dem Bau der mächtigen Kirche.

Im Gotteshaus selbst werden zahlreiche Kostbarkeiten präsen­tiert. Im Mittelpunkt steht aber die in einem vergoldeten Rahmen  ausgestellte  Ikone, die seit ihrer Auffindung millionenfach geküsst wurde und angeblich viele Wunder wirkte.

Am 15. August 1940 überschattete ein tragisches Ereignis das Wallfahrtsfest in Tinos: Ohne Vorwarnung wurde im Hafen das griechische Schiff Elli von einem italienischen U-Boot versenkt. Für die Toten hat man in der Kirche eine Gedenkstätte errichtet.

Inselrundfahrt

Eine Rundfahrt durch die stark katholisch geprägten Dörfer der Insel sollte man am besten mit einem Leihfahrzeug oder Taxi von Tinos­ Stadt aus unternehmen. Die Marmordörfer der Insel liegen im nordwestlichen Teil der Insel.

Stationen einer Besichtigungstour
Stationen einer Besichtigungstour

Kloster Kechrovouni

Die Klosteranlage „Unsere Frau der Engel“ liegt etwa 9 km von Tinos- Stadt entfernt, auf dem 500 m hohen Berg Kechrovouni. Die Geschichte des Klosters reicht ins 12. Jh. zurück. Es handelt sich um den Platz, an welchem auch die Nonne Pelagia lebte. Die Mutter Gottes erschien der Schwester Pelagia und zeigte ihr im Traum die Stelle, wo „ihre Ikone“ vergraben lag. Das festungsartige Kloster erinnert im Innern an ein Kykladendorf. Verwinkelte  Gassen  und  schmale Treppenwege verbinden die zweigeschossigen Kubenhäuschen mit den Zellen, Kapellen und Wirtschaftsräumen;  zahlreiche  Blumentöpfe und ein plätschernder Brunnen geben der Anlage eine freundliche Atmosphäre.

Exombourgo (Xobourgo)

Exombourgo -mittelalterliche Hauptsiedlung von Tinos
Exombourgo -mittelalterliche Hauptsiedlung von Tinos

Vom Exombourgo, einer großen Granitfelsformation mit  rund 600m Höhe hat man einen super Panoramablick über die Insel. Der Name der Felsformation Exombourgo stift bei Recherchen etwas Verwirrung. Wie so oft führt die Umsetzung aus dem griechischen zu unterschiedlichen Schreibweisen.  Exombourgo, Exomvourgo, Exobourgo oder Xobourgo, also nicht verwirren lassen!
In dem Weiler Messi beginnt der Fußweg zur Spitze des Exombourgo, auf der sich die mittelalterliche Hauptsied­lung der Insel erhob. Der Ort war mit der stärksten Burg der ganzen Ägäis befestigt, sie schützte nicht nur die Bewohner der etwa 600 Häuser, sondern konnte im Verteidigungsfall 8000 Menschen der umliegenden Dörfer aufnehmen. Von der Festung, die 1715 von den Türken in die Luft gesprengt wurde, sind nur noch Mauerreste und eine große Zisterne erhalten. Vom Gipfelkreuz hat man eine herrliche Rundsicht über Tinos und die Ägäis.

Volax

Ein Dorf inmitten von großen, runden Felsen. Diese gelten als einzigartiges geologisches Naturereignis. Im Dorf selbst hat sich noch die Kunst des Korbflechtens erhalten. Daneben existiert ein Freilichttheater.

Kolimpithra (Kolimbithra)

Beach von Kolimpithra
Beach von Kolimpithra

Diese Bucht mit ihren wunderschönen Sandstränden liegt im nördlichen Teil der Insel. Auf dem Weg dorthin durchfährt man die größte fruchtbare Grünebene von Tinos. Der Strand von Kolimpithra zählt zu den schönsten von Tinos und wird vor allem von Rucksack-Urlaubern stark besucht.

Loutra

Ein kleines Dorf am Westhang des Xobourgo mit einer Handvoll Bewohnern. Es besitzt zwei katholische Klöster (Ursulinen und Jesuiten) sowie ein Volkskundemuseum.

Tarambados

Eine große Zahl von Taubenhäusern umgibt dieses Dorf. Hier kann der Besucher die volkstümliche Architektur bewundern, zumal jedes Taubenhaus in seiner Art einmalig ist.

Kardiani

In das Marmordorf Kardiani gelangt man indem man von der Straße aus über 200 Steinstufen hinabsteigt. Es ist faszinierend, durch die engen, von Marmorgestein geprägten Gassen zu gehen. Eines der malerischsten Dörfer von Tinos. Es ist am höchsten Südhang der Insel erbaut und liegt mitten im Grünen. Der Ort bietet eine idyllische Aussicht nach Syros und seine Häuser sowie Kirchen sind von besonderem ästhetischem Interesse. Das Fahrzeug muss man – wie meistens – vor dem Dorf stehen lassen, wenn man den eng gebauten Ort besichtigen will.

Panormos (Pyrgos)

Ausblick von Panormos
Ausblick von Panormos

Das Dorf Panormos hieß ursprünglich Pyrgos Panormou und ist deshalb oft unter dem Namen Pyrgos bzw. Pirgos zu finden. Eine der schönsten Siedlungen Griechenlands und die Geburtsstätte vieler Künstler. Der ganze Ort ist ein einziges Volkskundemuseum. Der Ort mit einer langen Steinmetztradition ist das Zentrum der Marmordörfer und besitzt heute eine Bildhauerschule. Bei einem Gang durch die Hauptgasse zum Dorfplatz und ebenso auf dem Friedhof kann man die Marmorarbeiten der Steinmetze bewundern: Wappenschilder, kunstvoll  verzierte  Oberlichter, den Brunnen auf der Platia und die Urnen auf dem Friedhof.

Ormos Panormou

Von Panormos sind es 2-3 km bis zu dem kleinen Hafenstädtchen Ormos Panormou. Eine Bucht mit einer kleinen Insel am Eingang, auf welcher ein aus Steinen errichteter Leuchtturm steht. Einer der hübschesten Flecken von Tinos mit dem Panormos-Strand und seinen zahlreichen Tavernen und Pensionen.

Taubentürme von Tinos

Tinos ist nicht die einzige Kykladeninsel, auf der man den architekto­nisch so reizvollen Taubentürmen begegnet. Doch da sich dort noch über 1000 dieser typischen, traditionellen Zweckbauten erhalten ha­ben, wurden sie zum Wahrzeichen der Insel.

Taubentürme, Wahrzeichen von Tinos
Taubentürme, Wahrzeichen von Tinos

Der Bau der weißgetünchten Taubenhäuser reicht in die Zeit der Venezianer zurück. Die italienischen Herrscher führten die Taubenzucht in der Ägäis ein, regelrecht systematisch hat man sie aber hauptsächlich auf Tinos betrieben. Nur die Grundbesitzer besaßen Tauben, wie sie an­sonsten auch über alle Produkte des Bodens verfügten. Die Tauben­zucht war daher sicher kein Hobby des kleinen Mannes, sie wurde wegen der Eier und des Fleisches betrieben und auch heute noch werden sie auf Tinos häufig als Delikatesse angeboten. Der Taubenmist diente als Dünger, auch er wird bis heute in der Landwirtschaft verwendet.

Beim Bau der Taubentürme blieb nichts dem Zufall überlassen. Besonders wichtig war der Schurz vor den stürmischen Nordwinden. Daher besitzen die Tauben­häuser nur auf den drei dem Wind abgewandten Seiten Einfluglöcher. Wäh­rend die Nordseite immer geschlossen ist, weist die Vorderseite des Turms in die windstille Richtung. Zusätzlich liegen die Einflugöffnungen ca. 2 m über dem Bodenni­veau um die Tauben und ihre Nester vor Schlangen und Katzen zu sichern. Bis zu dieser Höhe sind die Wände glatt verputzt und weisen keine Vorsprünge auf, so dass weder Tiere noch Menschen hinaufklet­tern können. Vom unteren Teil der Häuser, der meist als Lagerraum oder auch als Ziegenstall dient, führt eine Leiter hinauf in das eigentliche Taubenhaus.
Das obere Stockwerk der Türme, ver­ziert mit vielfältigen Dekorationen, macht die besondere Attraktion dieser traditionellen Bauten aus. Die kunstvollen Muster werden aus dünnen, gebrannten Tonziegeln gefertigt, die in Aussparungen des Mauerwerks der Fassade eingefügt werden, so dass eine fast filigrane Gestaltung entsteht. Die Schlupflöcher werden so in die Verzierungen integriert, dass sie fast nicht erkennbar sind. So gibt es kaum identische Türme, jeder einzelne erscheint als individuel­les Kunstwerk, aus der Phantasie seines Erbauers entstanden.

Heute verkommen viele Türme zu Touristenattraktionen, der Niedergang der Landwirtschaft scheint auch die Tradition der Taubentürme zu zerstören.

Fotostrecke Tinos


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