Überfahrt nach Spinalonga

Spinalonga – die Lepra-Insel

Spinalonga, die Lepra Insel, war früher streng isoliert und voller Leprakranker, heute ist die Insel das Top-Ausflugsziel im Nordosten von Kreta. Lepra Insel, dieser gruselige Name ist es was die Besucher anzieht. Ein Festungshügel im Meer, mit schweren venezianischen Bastionen, rundum zugemauert.


Die kleine unbewohnte Insel mit dem offiziellen Namen Kalydon liegt in einer strategischen Schlüsselposition am nördlichen Eingang des Golfs von Elounda. Unter dem offiziellen Namen Kalydon ist die Insel kaum bekannt, alle reden von Spinalonga, dies ist jedoch der Name der nur rund 160 m entfernten Halbinsel.

Bereits in der Antike war die Insel zum Schutz des antiken Hafens von Olous befestigt. Auf den alten Ruinen errichteten die Venezianer ab dem späten 16. Jahrhundert eine mächtige Festung welche 1715 von den Osmanen erobert wurde. Erst nach der Unabhängigkeit Kretas wurden ab 1913 die kretischen Leprakranken auf der Insel angesiedelt. Eingeschlossen in einer venezianischen Burg lebten sie hier völlig isoliert. Selbst ihr Dorf mussten sie selbst errichten.
Unheimlich, aber wahr: Ein Aussätzigendorf in den alten Mauern einer venezianischen Festung

Blick von Spinalonga nach Plaka
Blick von Spinalonga nach Plaka

Erst 1957 wurde die Insel, als eine der letzten Leprakolonien Europas, geschlossen. Die Kranken lebten wie eine normale Gemeinde, sie hatten z. T. abgeschlossene Berufsausbildungen als Anwälte, Lehrer etc. Unter ihrer Führung versuchten die Leprösen, soweit ihnen das mit ihren schweren Behinderungen möglich war, die Insel wohnlich zu machen. Sie renovierten die venezianischen und türkischen Häuser, bauten kleine Wohnhäuser auf die alten Grundmauern, legten Gemüsegärten an und hielten schließlich sogar Schafe, Ziegen und Hühner.

Auch die verrotteten venezianischen Zisternen wurden wieder instand gesetzt – von den Dächern wurde das Regenwasser in Tonnen geleitet und in den fast tunnelgroßen Wasserreservoirs der ehemaligen Festung gesammelt. Im Lauf der Jahrzehnte entstand so ein richtiges Dorf mit Tavernen, Kirchen, kleinen Läden und vielen bewohnbaren Häusern.

Tipp: Am besten startet man den Besuch der Insel von dem kleinen Fischerort Plaka. Von dort fahren regelmäßig Boote nach Spinalonga. Vorteilhaft bei dieser Tour sind die vielen guten, direkt am Meer gelegenen Tavernen, welche nach dem Inselbesuch zum verweilen einladen.
Für die Besichtigung sollte man ca. 1,5 Stunden einplanen, dabei ist zu beachten, dass das letzte Boot um 18:00 Uhr zurück nach Plaka fährt. Meine Empfehlung ist ein Besuch ab 15:30 Uhr, dann sind deutlich weniger Besucher auf der Insel.

Auf etwa 1 km Länge führt ein Weg rund um die Insel. Direkt hinter der Anlegestelle geht es nach links durch einen Tunnel ins Innere der Festung, wo die Laden- und Wohnstraße der Leprasiedlung beginnt.
Nach Verlassen des Tunnels kann man rechts zur Südbastion hinaufsteigen und den schönen Blick auf die Lagune genießen.
Die schmale, schnurgerade Hauptgasse führt weiter an Längsseite der Insel entlang. An beiden Seiten reihen sich gut erhaltene Hausruinen, die heute nach ihrer Restaurierung wohl schöner sind, als sie jemals waren.

Wer sich Zeit nimmt entdeckt alles was eine Gemeinde ausmacht, Kirche, Hospital, Zisternen, Gärten und Friedhof. Der Friedhof war der für alle der letzte Weg, ein Zurück aufs Festland gab es nicht. Heute ist die Lepra zwar heilbar, ausgerottet ist die Krankheit aber nicht.

Fotostrecke Spinalonga

 

Essen in Plaka

Wer in Plaka nicht direkt am Meer sitzen muss findet bei Maria’s Taverne, an der Durchgangsstraße gelegen eine gute Auswahl. Der Oktopussalat war butterzart, reichlich und köstlich gewürzt.

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