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    • Klaus: Bin gerade aus dem Algäu zurück und habe dort mit...
    • Ursula Mörsdorf: Hallo ist es möglich eine Alpe zu Pachten
    • Klaus: Grundsätzlich teile ich Deine Meinung zu...
    • Werner: Kann ich NICHT bestätigen! Ich war letzte Woche...
    • Marino: Only today I discovered this page, let me...

Blaue Reise

Törnbericht Lykische Küste Türkei

Vollbild Google Maps

Marmaris wird über den 120 km östlich gelegenen Flughafen Dalaman angeflogen.
Von Stuttgart besteht eine hervorragende Verbindung welche uns die Ankunft am frühen Vormittag in Dalaman ermöglicht. Am Flughafen wird direkt Geld gewechselt mit der Überraschung, dass wir für 500€ ca. 800.000.000 TL erhalten. Ein Bündel von Scheinen was in keine Geldbörse passt. Der vorgebuchte Taxiservice vom Flughafen nach Marmaris (ca. 1,5 Std.) funktioniert einwandfrei.

Durch den frühen Flug können wir die Zeit nutzen und auf dem Weg zur Marina alle wichtigen Einkäufe tätigen. Der Kleinbus hat genügend Platz um den Vorrat und unserer Gepäck aufzunehmen. Ein Einkaufszentrum mit großer Auswahl liegt nicht weit vom Hafen entfernt. Hans und Rolf bewachen Bus und Gepäck während Ebbe und Klaus die vorbereitete Einkaufsliste abarbeiten. Ohne den Kleinbus wären wir auf den Lieferservice einzelner kleiner Shops, mit entsprechend höherem Preis, angewiesen gewesen.

Fotogalerie

Bei der Planung unseres ersten Törns an der lykischen Küste sind wir mit der klaren Absicht nach Marmaris angereist die Route Marmaris – Kas – Marmaris. Der Gedanke war, weg vom Massentourismus mit der großen Schar von Gulets welche in Marmaris liegen. Nach den ersten Vorgesprächen mit unserem Skipper stellten wir jedoch fest, dass durch die aktuelle politische Situation (Krieg im Irak) der Tourismus in der Türkei massiv zusammengebrochen war. Die sonst beliebten Routen Richtung Bodrum, selbstverständlich auch in andere Richtungen, fanden kaum Zuspruch und die Schiffe lagen in großer Zahl im Hafen fest.

Kurzfristig nutzen wir deshalb die Chance und warfen alle Pläne über den Haufen um die Blaue Reise Richtung Bodrum zu starten. Sicherlich werden wir unseren Plan Richtung Kas zu segeln bei nächster Gelegenheit erneut aufgreifen.

Unser Boot eine Bavaria 47E war in der Saison zum ersten mal verchartert (Bavaria Yacht Charter), was nur von Vorteil war. Ein Boot im Topzustand stand uns zur Verfügung.

Törnübersicht: -Blaue Reise -Lykische Küste Türkei (17.5 bis 24.5.03)
 Tag Von / Nach  GEO Strecke
1 Anreise Marina Marmaris
Kumlu Bükü
36º50,9?N 029º16,5’E
36º45,3’N 028º16,1’E
6,6 sm
2 Bozuk Bükü 36º34,3’N 028º00,7’E 32,4 sm
3 Datca 36º43,3’N 027º41,3’E 29,3 sm
4 Hayit Bükü 36º41,0’N 027º34,4’E 12,4 sm
5 Orhaniye-Bucht 36º45,6’N 027º57,3’E 32,9 sm
6 Ciftlik Koyu 36º42,9’N 028º14,3’E 33,4 sm
7 Marmaris 36º50,9? N 029º16,5’E 12 sm
8 Abreise Gesamtstrecke über Grund 161 sm

1.Tag Marmaris – Kumlubük

Kumlubük Bucht

14,30 Uhr Ankunft an der Marina Albatros, Die Bootsübernahme klappt problemlos sogar 2,5 Std. früher wie zugesagt. Unser Boot die Happy Days ist im Topzustand. Philipp unser Skipper, ein Schweizer, lebt seit 15 Jahren in der Türkei und kennt die Gewässer entsprechend gut.

17,15 Uhr Anker lichten (B 36°50,9′ / L 028°16,5′)

18,45 Uhr Ankunft Kumlubük (B 36°45,3′ / L 028°16,1′)

Südlich von Marmaris, außerhalb des zentralen Hafenbereiches und 6 km von Turung entfernt, liegt die Kumlubük Bucht, das Ziel unserer ersten Etappe. Erst in den letzten Jahren wurde Kumlubük bekannt für die Touristen. Deswegen gibt es hier nur ein Paar Restaurants und kleine Hotels. Die Strände sind mit Kieselsteinen bedeckt.

Am sehr sauberen Strand kann man gut baden, Wassertemperatur 18 grd!!, diese Temperatur ist aber nur für zwei von uns ausreichend warm, um ein erfrischendes Bad zu nehmen. Richtig voll wird es in Kumlubük auch im Hochsommer nicht, außerdem bietet die Bucht einen traumhaften Blick aufs offene Meer bis nach Marmaris. Die Ruinen von Amos südlich über der Bucht lohnen vor allem wegen der einsamen Landschaft, in die ein Theater, spärliche Tempelreste und die mächtigen Stadtmauern eingebettet sind. Sie entstanden in hellenistischer Zeit, als Amos wie die gesamte Südwestküste zur rhodischen Paraia gehörte.

 2.Tag Kumlubük – Bozuk Bükü


Bozuk Bükü

9,45 Uhr Anker lichten (B 36°45,3′ / L 028°16,1′) auslaufen unter Motor, leider kein Wind

11,45 – 13,45 Uhr Stopp in Badebucht (B 36°39,1′ / L 028°08,6′) gegen 13 Uhr frischt der Wind auf (5bf., bis 8,5 Knoten) wir können die Segel setzen und einen langen Schlag bis Rhodos machen. Nach der Wende kurz vor der Küste direkter Kurs auf Bozuk Bükü.

17,30 Uhr Ankunft Bozuk Bükü (B 36°34,3′ / L 028°00,7′) (Hafengebühr 17,5 Mill TLIR)

Südwestlich von Marmaris ragt die Halbinsel Bozburun Richtung Rhodos ins Meer. Hügeliges Gelände, schlechte Böden und ausgedehnte Wälder lassen hier nur wenig Raum für den Ackerbau. Die weitgehend menschenleere, immer noch eher schlecht erschlossene Halbinsel von Bozburun mit ihren zahlreichen Buchten ist das türkische Seglerparadies.

Bozuk Bükü, bester Ankerplatz unterhalb der Burg. Bozukkale = griechischer Name Aplotheka, wird von Insider empfohlen, neuer Holzsteg oder an Moorrings in der weiträumigen Bucht festmachen.

Wir erreichten unser Ziel, eine kleine bizarre Bucht auf der Backbordseite der großen Bucht. Direkt unterhalb der Burgruinen lag “Ali Babas” Restaurant, eine einfache Holzhütte, ohne sanitäre Einrichtungen – ob wir da wohl essen können? -. Dort ankerten wir mit der angebotenen Mooringleine direkt als einziges Boot an einem verbogenen Holzsteg.

Von unserem “Restaurantplatz” mit Grillstelle hatten wir unser Boot, das sich an dem sich windenden Holzsteg klammerte immer fest im Blick. Das Essen genossen wir als einzige Gäste und damit verbundener Aufmerksamkeit von Ali Baba.

 3.Tag Bozuk Bükü – (Symi) – Datca

10,10 Uhr Anker auf (B 36°34,3′ / L 028°00,7′)

11,50 – 14,40 Uhr Stopp in Badebucht Symi (B 36°35,9′ / L 027°52,3′)

Unter Motor entlang der Küste in die Hafeneinfahrt von Symi

18,20 Uhr Ankunft Datca (B 36°43,3′ / L 027°41,3′)


Hafen Symi
Die griechische Insel Symi, von deren Bedeutung in osmanischen Zeiten schöne klassizistische Häuser zeugen, war uns einen Abstecher wert. Wegen der nach wie vor bestehenden Problematik hoher Einklarierungsgebühren für Schiffe aus der Türkei, beschränkten wir unseren Besuch jedoch auf eine Hafenrundfahrt. Vorher nutzten wir aber eine herrliche Sandbucht als Badeplatz welche nur von See aus zu erreichen ist, dort kommt kein Hafenmeister um sofort die horrenden Gebühren zu kassieren. Man kann nur hoffen, dass im Zuge der EU Erweiterung hier endlich eine größere Freizügigkeit entsteht und die Segler wirklich grenzfrei beide Länder genießen können.

Westlich von Marmaris zeigt die Halbinsel Resadiye als ein dünner Finger etwa 100 km weit ins Meer hinaus und versperrt der Schifffahrt den direkten Weg zwischen den griechischen Inseln Kos und Rhodos. Die buchtenreiche Küstenlinie gleicht einem Häkelsaum. Das frühere Fischerdörfchen Datca am Fuß der Resadiye Berge, hat sich inzwischen zu einem Ferienzentrum gemausert. Aufgrund des neuen Jachthafens, eine wichtige Station der Blauen Reise, zieht es vor allem Segler hierher und Leute, die dem lauten Marmaris Tourismus entgehen wollen. Die Atmosphäre ist wohltuend entspannt, selbst die »Aufreißer« vor den Restaurants verhalten sich dezent unaufdringlich.

Hafen DatcaDas Dorf Eski Datca Alt Datca, etwa 3 km landeinwärts, ist mit seiner ländlichen Architektur eines der hübschesten Dörfer der Südwesttürkei. Der stattliche Mehmet Ali Bey Konak, das Anwesen eines osmanischen Gutsherren, beherbergt heute ein Restaurant einige Bauernhäuser sind zu Pensionen umgebaut, die bei Künstlern und Intellektuellen aus Ankara als Geheimtipp gehandelt werden. Die schönen Sandbuchten von Kargi, Mesudiye und Palamut Bükü sind einen Besuch wert und müssen per Boot angefahren werden.

4.Tag Datca – Hayit Bükü

10,45 Uhr Anker auf (B 36°43,3′ / L 027°41,3′)

11,45- 16,30 Uhr Stopp in Badebucht (B 36°40,5′ / L 027°38,3′)

Ein fauler Badetag wegen Flaute. Spätnachmittag leichte Brise!

17,30 Uhr Ankunft HAYIT BÜKÜ (B 36°41,0′ / L 027°34,4′)

Bucht Hayit BüküHAYIT BÜKÜ ist eine einladende Bucht, deren Strand von einer kleinen felsigen Klippe in zwei Hälften geteilt wird. Im Hinterland gedeihen unter anderem köstliche Tomaten. Der Chef des kleinen Restaurants “Ogün’s Place” spricht Englisch. Bei ihm bekommt man eine vorzüglichen Essen und türkischen Köstlichkeiten. Seine Schwester soll hervorragend gekocht haben, ist aber nicht mehr da. Der neue Koch hat uns trotzdem voll überzeugt. Er bietet eine große Auswahl in guter Qualität zu etwas gehobenen Preisen. Der Holzsteg gehört der Gemeinde und ist gebührenpflichtig. Nebenan gibt es einen Minimarkt und ein Kartentelefon. Wasser und Strom am Steg.

5.Tag Hayit Bükü – Orhaniye-Bucht (Keçibükü)

10,25 Uhr Leinen los (B 36°41,0′ / L 027°34,4′)

Wir haben unserem Skipper das Kommando entzogen und Ihm einen Tag Urlaub gegeben!! Keine Meutererei sondern Training on the Job. Zur Belohnung begleitet uns eine Delphinschule mit ca. 5 Tieren für längere Zeit. Vor lauter Begeisterung haben wir ganz vergessen Bilder zu schießen.

15,10- 16,45 Uhr Stopp in Badebucht (B 36°45,6′ / L 027°57.3′)

Nur ein kurzer Stopp um das tägliche Mittagessen (Salat in Variante xyz) mit dem zugehörigen Wein und Raki zu genießen.

17,30 Uhr Ankunft Keçibükü (B 36°46,3′ / L 028°07,5′)

Bei Ankunft Probleme mit der Luke wo die Fender verstaut sind. Ein Verschluss lässt sich nicht öffnen. Nach längerem gemeinsamen Versuchen geschafft und repariert.

Orhaniye-Bucht (Keçibükü)Ganz hinten im Hisarönü Körfezi liegt Keçibükü bzw. die Orhaniye-Bucht. Gleich links hinter der Einfahrt erkennt man die Yachtmasten vor dem Grün der Pinien. Nach dem Besitzerwechsel (früher BAY-Marina) ist die Marina bis auf das Hotel fertig gestellt. Swimmingpool für Marinagäste kostenlos. Das Mistral-Restaurant soll eine gute Küche bieten.

Gleich daneben offeriert ZUHAL eine Spitzenküche unter schattigen Pinien. Zuhal hat einen eigenen kleinen Steg an welchem etwa 6 Boote platz finden. Wir hatten Glück, wir waren nur zu dritt. Zu anderen Zeiten ist es aber ratsam rechtzeitig dort zu sein da das Lokal sehr beliebt ist.

Beste Küche im Hisarönü Golf, ZUHAL-Restaurant gleich neben der Marti-Marina im Hisarönü Körfezi

Hinten im Hisarönü Körfezi, das Zuhause der Göttin Hemithea, liegt Keçibükü bzw. die Orhaniye-Bucht, eine der schönsten Buchten der türkischen Küste.

Keçibükü bzw. die Orhaniye-Bucht, Marina-Idylle am Wald, mit Pool

6.Tag  Orhaniye-Bucht – Ciftlik Koyu

10,30 Uhr Leinen los (B 36°46,3′ / L 028°07,5′)

14,00- 15,25 Uhr Ankern zum Mittagessen. Erstes Ankermanöver von Ebbe ging daneben. Die Strömung treibt uns zu nahe an die Felsen. Skipper übernimmt das Kommando (B 36°34,1′ / L 027°59.8′)

Aus der Ferne nicht zu sehen, in der einsamen Bucht lebt in einem Ministeinhaus der Hirte einer Herde von sicherlich mehr als 100 Ziegen mit seiner Familie.

Nach dem Badestop geht es im Vorwindkurs teilweise nur mit Genua parallel zur Küste bis kurz vor dem Tagesziel.

18,30 Uhr Ankunft Ciftlik Koyu (B 36°42,9′ / L 028°14,3′)

In der Bucht von Ciftlik Koyu winken uns die Helfer bereits von weitem zu Ihren Stegen. Da unser Skipper das Revier bestens kennt steuern wir auf den mittleren Steg zu, das Restaurant von Mehmet. Mit Heckleinen und an einer Muring machen wir fest. Die helfenden Hände am Steg bezeichnen eigennützig auch gleich Ihr Restaurant am Strand als bestes, welches man doch bitte abends dann besuchen soll. Wir können es nur empfehlen, die Küche war hervorragend.

Die bewaldeten Berge zu beiden Seiten der Bucht und das kleine grüne Tal, zu dem eine Strasse herunterführt, bilden einen fantastischen Hintergrund für diese einzigartige Gegend mit dem breiten Sandstrand und der vorgelagerten Insel Ciftlik. Diese Insel hat aus der Sicht von unserem Liegeplatz eine ganz besonders beeindruckende Silhouette. Hierhin werden auch Tagesausflügler aus Marmaris geschippert. Es gibt ein großes, unansehnliches Gebäude, welches die Stimmung in der Bucht erheblich stört – ein All-inclusive-Club mit Schwimmbädern, allen Arten von Wassersport und was man halt sonst noch so kennt. Zu unserem Glück zur Zeit nicht in Betrieb.  Ansonsten stehen hier kleinere, beschauliche Ferienhäuschen, aber auch kleinere Hotelruinen, die das Gesamtbild eintrüben.

Besuch in der Bucht Ciftlik KoyuAm nächsten Morgen lädt uns der Senior zum Kaffee in seinen Garten ein, ein fantastischer Eindruck. Hier baut er zum Eigenbedarf und für sein Restaurant alles an was eine gepflegte Küche braucht. Zusätzlich ein Ort zum verweilen in einem Blumenmeer welches seinesgleichen sucht.

Gleich nebenan liegt der Fanya Club: Steg mit Muringleinen für ca. 20 Yachten, guter Service, Essen soll gehobene Küche sein, wir haben es nicht ausprobiert, war uns zu viel Rummel hier…

7.Tag  Ciftlik Koyu – Marmaris

11,00 Uhr Anker lichten (B 36°42,9′ / L 028°14,3′)

13,30 – 16,10 ein letzter Stopp in der Innenbucht von Marmaris zum Essen und Baden (B 36°48,8′ / L 028°16,5′)

Rolf hat zum ersten Mal bei der Salatzubereitung geholfen und den Salat trocken geschleudert! Das Ergebnis war Salat in jeder Ecke!!!

Innenbucht von Marmaris

16,30 Uhr Nach einem kurzen Tankstopp Ankunft Marina (B 36°50,9′ / L 028°16,5′)

17,30 Uhr Bootsübergabe ohne jedes Problem

Zum Abend ein ausgedehnter Bummel durch Marmaris. Wir hatten richtiges Glück, um Mitternacht erreichen wir gerade noch rechtzeitig das Boot bevor ein schweres Gewitter niedergeht. Nach herrlichem Wetter bei viel Sonnenschein und schwachen Winden der erste Regen.

Übernachtung an Bord, Rückflug 11,10 Uhr ab Dalaman mit DE 6669, Ankunft Stuttgart 13,30 Uhr

Trotz aller Drohungen hat unser Skipper den Törn “überlebt” was mit dieser Crew sicherlich nicht einfach war und hat uns sicher nach Hause gebracht.

Crew

Philipp: Skipper Eberhard: Navigator, Steuermann
Philipp: Skipper Eberhard: Navigator, Steuermann
Klaus Rolf Hans
Klaus: Steuermann, Kasse, Küchenchef Rolf: Leinen, Anker, Küchenhilfe Hans: Leinen, Küchenhilfe, Getränke, Hunde

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