Nisyros -In der Caldera

Nisyros -Mit dem Roller rund um den Vulkan

Nisyros liegt in der Mitte der Inselgruppe des Dodekanes in der nordöstlichen Ägäis und ist umgeben von den Inseln Kos und Tilos sowie der türkischen Küste.


Die Fläche von Nisyros beträgt 41,6 qkm. Die in ihrem Aufbau kegelförmige Insel ist größtenteils bergig und besteht aus vulkanischem Gestein. Durch frühere Tätigkeiten des Vulkans entstanden die steil aufragenden Felsen, das Tal Lakki, die Krater sowie die Berge mit bis zu 698m Höhe. Die Insel ist vulkanischen Ursprungs. Ihre unterirdischen Thermalquellen werden zu Therapiezwecken (Heilbädern) genutzt. Von den verschiedenen Gesteinen und Erden, die auf Nisyros durch vulkanische Tätigkeit entstanden sind, so Perlit, Kaolin, schwefelhaltige Erden und vor allem Bimsstein, wird nur das letztere abgebaut. Ein weiteres Merkmal der natürlichen Umwelt von Nisyros ist seine reiche Flora und Fauna. Das charakteristischste geomorphologische Merkmal der Insel ist der Vulkan. Die Touristen, die nach Nisyros kommen, besuchen die Insel hauptsächlich, um den Vulkan zu sehen, den einzigen dieser Art im griechischen Raum. Heute ist der Vulkan nur noch schwach tätig. Der große Bruder Kos, mit seinem Massentourismus, beschert auch der kleinen Nachbarinsel Nisyros mit nur 8 km Durchmesser einige Popularität. Der noch „aktive“ Vulkan als Urlaubsabenteuer zieht die Touristen an. Die vulkanische Aktivität beschränkt sich jedoch auf heiße schwefelreiche Dämpfe welche in einem Schlammkrater am Südende der Caldera aufsteigen. Wenn die Tagestouristen mit dem Geruch fauler Eier in der Nase und heißen Socken die Insel verlassen haben kehrt Ruhe ein. Die etwa 1000 Einwohner und einige wenige Genießer bevölkern dann die Insel.

Per Roller rund um den Vulkan

Um die Insel zu erkunden bietet es sich an einen Kleinwagen oder Roller zu mieten. In beiden Häfen, Mandraki und Pali, findet man dazu Anbieter mit entsprechender Auswahl. Da die Insel überschaubar ist war mein Favorit der Roller, man sollte dann aber eine zurückhaltende Fahrweise wählen. Immer wieder findet man Straßen wo Sand vom Wind auf die Straße geweht wird. Mike von Eagle’s Nest Car Rental in der westlichen Hafenecke von Pali hatte für uns zusätzlich eine ausgesprochen empfehlenswerte Tour zusammengestellt.

Hafen Paloi (Pali)

Infos zu diesem Hafen habe ich bereits in dem Bericht „Nisyros Hafen Paloi (Pali), gut geschützter Liegeplatz“ beschrieben.

Emborios -auf dem Weg zum Vulkan

Erstes Ziel ist Emborios, ein optisch sehr eindrucksvolles Bergdorf, nahe der Abzweigung zum Vulkankrater. Bereits von weitem fällt die fast unbewohnte Ortschaft auf.

50m vor dem Ortseingang, auf der rechten Seite, ist mit weißer Farbe ein Schild Sauna zu finden. In der Höhle werden man von feuchter, heißer Luft empfangen. Die Überraschung ist gelungen, eine Natursauna vom Vulkan geheizt, da brodelt es sicherlich noch gewaltig im Untergrund. In Emborios selber fehlt es an Wasser, deshalb wanderten die meisten Bewohner ab, etliche Häuser sind verfallen oder dienen als Stallungen für Ziegen. Der Weg hinauf, wird mit einem fantastischen Blick auf die Ägäis belohnt. Vom Bergkamm, der mit dem südlichen Ortsrand verschmilzt, bis hinab in den Vulkankessel ziehen sich kleinste, terrassenartig angelegte Parzellen. Darauf wachsen vor allem Ginster und Olivenbäume.

Vor der Weiterfahrt legen wir noch eine Rast in der Taverne Balkoni, auf der linken Seite am Ortseingang ein. Auf dem Balkon der Taverne ist die Aussicht atemberaubend. Das Essen ist ausgezeichnet, der Service herzlich. Leider wollen wir noch mehr besichtigen und trennen uns schweren Herzens von der freundlichen Wirtin Katerina.

Der Vulkan das Wahrzeichen von Nisyros

Der Vulkan (Vulcano/Caldera), das herausragende Wahrzeichen von Nisyros, ist zuletzt am 4. Mai 1873 ausgebrochen. Ein großer Haupt und vier kleinere Nebenkrater erwarten uns dort. Am Kiosk, nahe dem Krater, parken wir unsere Roller und entrichten den Obolus von 2 € pro Person. Vorteilhaft ist, dass wir außerhalb der Touriströme welche von Kos jeden Tag auf der Insel einfallen ankommen. So können wir ungestört das Gelände eine gelblich ockerfarbene weiße Mondlandschaft erkunden. Ein Trampelpfad führt zum Grund des größten von insgesamt fünf Kratern, zum Stefanos Krater. Sein Durchmesser beträgt etwa 300 m. Der Grund des Kraters ist mit kleinen und größeren Löchern durchsetzt in denen es brodelt und zischt, es stinkt nach faulen Eiern. Achtung Verbrennungsgefahr!

Lohnend ist auch die etwa halbstündige Wanderung zu den übrigen vier Sekundärkratern auf der rechten Seite. Sie sind zwar viel kleiner, dafür aber in eine Landschaft von MiniaturVulkankegeln eingebettet.

Beeindruck von der Kraterlandschaft geht es nun weiter zu den weißen Flecken hoch oben am Kraterrand.

Nikia, malerisches Örtchen über dem Vulkan

Nikia liegt 430m hoch und eröffnet uns einen überwältigenden Blick auf die Ägäis, die Insel Tilos und auf den Vulkankrater. Die Ortschaft, die auf der östlichen Flanke der Caldera liegt, ist pittoresk. Zu den nur 60 ständigen Bewohnern von Nikia gesellen sich nur wenige Touristen. Ein rundes Fußbodenmosaik bedeckt den Hauptplatz des Ortes, drum herum weiß getünchte Häuser und eine Kirche. Dieses Bild findet man in vielen Zeitschriften und Büchern, der Platzt ist als einer der schönsten Orte Griechenlands ausgezeichnet worden.

Zurück zum Parkplatz, finden wir die Taverne „Andreotis“. Auf dem Balkon genießen wir bei einem kühlen Frappe die Aussicht aufs Meer, einfach genial.

Pachia Ammos, bester Strand von Nysiros

Laut Reiseführer der schönste Strand von Nisyros. Wir folgen der Uferstraße bis zum Ende etwa 10km Richtung Osten. Drei einsame Roller und eine verlassene Bar markieren einen langen Kiesstrand. Im Glauben den gesuchten Strand vor uns zu haben genießen wir ein abendliche Bad in der tosenden Brandung. Wie wir am nächsten Tag bei unserem zweiten Besuch feststellen war dies aber der der Strand von Lies.

Der angepriesene Strand Pachia Ammos liegt hinter dem Strand von Lies, hinter einer Felsklippe. 200m hinter dem Parkplatz beginnt ein Klippenpfad, auf dem man nach etwa 10 Gehminuten, den mit Abstand schönsten Strand der Insel, erreicht. Der 300 m lange Strand schillert bunt in der Sonne. Dünnen mit feinem Sand laden zum verweilen ein. Badegäste kann man an einer Hand abzählen. Für mich ist dieser Strand einer der schönsten welche ich in Griechenland vorgefunden habe.

Palekastro -antiken Akropolis von Nissyros

Das mittelalterliche Kastro hoch oben über dem Hafenort Mandraki erreichen wir über eine schmale Asphaltstraße, die von der Uferstraße vor Mandraki abbiegt. Palekastro nennen die Einheimischen die eindrucksvollen Überreste der antiken Akropolis von Nissyros. Auf über 100 m Länge ist dort ein bis zu 6 m hoher und 4 m dicker Abschnitt der antiken Stadtmauer erhalten geblieben. Die riesigen Quader aus vulkanischem Gestein sind sorgfältig behauen und geben der Mauer trotz Erbebeneinflüssen immer noch eine gute Stabilität. Sehr exakt ist auch die Treppe gearbeitet, die hinter dem gut erhaltenen Stadttor auf die Mauer hinaufführt. Der Rundgang auf der Mauer gewährt einen fantastischen Ausblick auf die umliegende Inselwelt.

Kloster Evangelistrias

Nisyros -Kloster Evangelistrias

Auf nur dürftig befestigten Wegen geht es in einer landschaftlich reizvollen Gegend weiter hinauf zum Kloster Evangelistrias. Einsam liegt der kleine schön renovierte Bau am Ende der Straße. Der Klosterschlüssel, in einer Mauerspalte neben der Türe, erlaubt einen Blick in das Heiligtum. Zurück auf der serpentinenreichen Bergstraße, geht es nun hinunter nach Mandraki.

Hafen Mandraki

Am Hafen Mandraki empfangen uns hunderte von Touristen welche zu einem Tagesausflug von Kos hier angelandet werden. Der Ort selber ist vom Hafen noch nicht zu sehen. Eine schmale Straße führt vom Kai ins Dorf hinein, und endet dann an einer kleinen Platia wo wir unsere Roller parken. Parallel zur Küste geht es autofrei weiter vorbei am alten Hafenvon Mandraki bis zum Fußweg hinauf zur Wallfahrtskirche Panagia Spiliani. Blendend weiß gekalkt thront sie auf dem 135 m hohen Lavafelsen über dem alten Hafen und dem Ort.

Da die Touriströme geschlossen wie eine Ziegenherde den Fels erklimmen, bevorzugen wir den relaxten Bummel durch die beschaulichen Gassen des Dorfes. Nahe dem steinigen Strand mit seiner tosenden Brandung findet sich ein lauschiges Plätzchen. Die von der Tavernenwirtin angepriesene Fischsuppe mundet vorzüglich, lockt aber auch umgehend die Katzengemeinde an unseren Tisch. Wer kann bei den leuchtenden Augen schon nein sagen! Die Fischreste wechseln so schnell und ohne Restspuren in die hungrigen Katzenmägen.

Fotogstrecke Nisyros

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