• September 2014
    M D M D F S S
    « Jul    
    1234567
    891011121314
    15161718192021
    22232425262728
    2930  
  • Kommentare

    • Klaus: Bin gerade aus dem Algäu zurück und habe dort mit...
    • Ursula Mörsdorf: Hallo ist es möglich eine Alpe zu Pachten
    • Klaus: Grundsätzlich teile ich Deine Meinung zu...
    • Werner: Kann ich NICHT bestätigen! Ich war letzte Woche...
    • Mathias: Danke, perfekt, so schnell hat noch selten etwas...

Nisyros –Inseltour rund um den Vulkan

Der Sturm hat sich etwas verspätet! Erste Anzeichen, hohe Wellen und entsprechende Gischt über dem Wellenbrecher lassen aber erahnen, es wird noch heftiger. Als zusätzliche Sicherung bringen wir noch eine Spring aus. Das Boot so gesichert, steht unserem Tatendrang nichts mehr im Weg.

Die Roller sind reserviert und Mike von Eagle’s Nest Car Rental in der westlichen Hafenecke hat für seine Kunden eine ausgesprochen empfehlenswerte Tour zusammengestellt.

Erstes Ziel ist Emborios, ein optisch sehr eindrucksvolles Bergdorf, nahe der Abzweigung zum Vulkankrater. Bereits von weitem fällt die fast unbewohnte Ortschaft auf.

Nisyros -Natursauna in Emborios 50m vor dem Ortseingang, auf der rechten Seite, ist mit weißer Farbe ein Schild Sauna zu finden. In der Höhle werden wir von feuchter, heißer Luft empfangen. Die Überraschung ist gelungen, eine Natursauna vom Vulkan geheizt, da brodelt es sicherlich noch gewaltig im Untergrund.

In Emborios selber fehlt es an Wasser, deshalb wanderten die meisten Bewohner ab, etliche Häuser sind verfallen oder dienen als Stallungen für Ziegen. Der Weg hinauf, wird mit einem fantastischen Blick auf die Ägäis belohnt. Vom Bergkamm, der mit dem südlichen Ortsrand verschmilzt, bis hinab in den Vulkankessel ziehen sich kleinste, terrassenartig angelegte Parzellen. Darauf wachsen vor allem Ginster und Olivenbäume.

Vor der Weiterfahrt legen wir noch eine Rast in der Taverne Balkoni, auf der linken Seite am Ortseingang ein. Auf dem Balkon der Taverne ist die Aussicht atemberaubend. Das Essen ist ausgezeichnet, der Service herzlich. Leider wollen wir noch mehr besichtigen und trennen uns schweren Herzens von der freundlichen Wirtin Katerina.

Nisyros -In der Caldera Der Vulkan (Vulcano/Caldera) das herausragende Wahrzeichen von Nisyros ist zuletzt am 4. Mai 1873 ausgebrochen. Ein großer Haupt und vier kleinere Nebenkrater erwarten uns dort. Am Kiosk, nahe dem Krater, parken wir unsere Roller und entrichten den Obolus von 2 € pro Person. Vorteilhaft ist, dass wir außerhalb der Touriströme welche von Kos jeden Tag auf der Insel einfallen ankommen. So können wir ungestört das Gelände eine gelblich ockerfarbene weiße Mondlandschaft erkunden. Ein Trampelpfad führt zum Grund des größten von insgesamt fünf Kratern, zum Stefanos Krater. Sein Durchmesser beträgt etwa 300 m. Der Grund des Kraters ist mit kleinen und größeren Löchern durchsetzt in denen es brodelt und zischt, es stinkt nach faulen Eiern. Achtung Verbrennungsgefahr!

Lohnend ist auch die etwa halbstündige Wanderung zu den übrigen vier Sekundärkratern auf der rechten Seite. Sie sind zwar viel kleiner, dafür aber in eine Landschaft von MiniaturVulkankegeln eingebettet.

Beeindruck von der Kraterlandschaft geht es nun weiter zu den weißen Flecken hoch oben am Kraterrand.

Nisyros -Nikia Nikia liegt 430m hoch und eröffnet uns einen überwältigenden Blick auf die Ägäis, die Insel Tilos und auf den Vulkankrater. Die Ortschaft, die auf der östlichen Flanke der Caldera liegt, ist pittoresk. Zu den nur 60 ständigen Bewohnern von Nikia gesellen sich nur wenige Touristen. Ein rundes Fußbodenmosaik bedeckt den Hauptplatz des Ortes, drum herum weiß getünchte Häuser und eine Kirche. Dieses Bild findet man in vielen Zeitschriften und Büchern, der Platzt ist als einer der schönsten Orte Griechenlands ausgezeichnet worden.

Zurück zum Parkplatz, finden wir die Taverne “Andreotis”. Auf dem Balkon genießen wir bei einem kühlen Frappe die Aussicht aufs Meer, einfach genial. Den Rucksack voll mit Eindrücken, den Speicherchip voll mit Fotos, geht es nun zurück zum Hafen Paloi. Der Wind hat beträchtlich zugenommen und eine innere Unruhe treibt uns zum Boot. Im Hafen herrscht reges Treiben, alle sind mit Sicherungsmaßnahmen beschäftigt. Erste kleinere Schäden sind bei unseren Nebenliegern schon zu vermelden. Bei uns hat es die Gangway (Bohle) abgerissen, d.h. wir werden den Rest des Tages am Boot bleiben um vor Überraschungen gewappnet zu sein.

Kurz vor Sonnenuntergang machen Jürgen und ich noch einen Abstecher zu dem Strand Pachia Ammos. Laut Reiseführer der schönste Strand von Nisyros. Wir folgen der Uferstraße bis zum Ende etwa 10km Richtung Osten. Drei einsame Roller und eine verlassene Bar markieren den langen Kiesstrand. Im Glauben den gesuchten Strand vor uns zu haben genießen wir das abendliche Bad in der tosenden Brandung. Wie wir am nächsten Tag bei unserem zweiten Besuch feststellen war dies der Strand von Lies.

Nisyros -Ammos Beach Der angepriesene Strand Pachia Ammos liegt weiter hinten, hinter einer Felsklippe. 200m hinter dem Parkplatz beginnt ein Klippenpfad, auf dem man nach etwa 10 Gehminuten, den mit Abstand schönsten Strand der Insel, erreicht. Der 300 m lange Strand schillert bunt in der Sonne. Dünnen mit feinem Sand laden zum verweilen ein. Badegäste kann man an einer Hand abzählen. Für mich ist dieser Strand einer der schönsten welche ich in Griechenland vorgefunden habe.

Zurück an Bord überrascht uns Achim mit seinen Kochkünsten, Schinkennudeln mit Schwarzwälder Schinken, dazu ein vollmundiger Rotwein. Was un’s Achim so alles als Survival-Paket im Gepäck hatt! Auch der selbst gebrannte Obstler, zur Verdauung, gehörte dazu.

Zigarre, Pfeife und etwas Wein so lässt sich das Bootsleben ertragen. Nur Eberhard hatte sich an den Nudeln den Magen verhoben. In seine Portion war wohl zu viel Obstler geraten!

Der Wind hatte am nächsten Morgen zwar etwas nachgelassen, Gischt hüllte die am Wellenbrecher liegenden Yachten ein, von unserem trockenen Liegeplatz aus, ein spektakulär anzuschauendes Bild.

7 bis 8 Bft, da wollen wir den sicheren Hafenplatz nicht verlassen und lieber unsere Inselerkundung fortsetzten.

Nisyros -Blick vom Palekastro nach Mandraki Das mittelalterliche Kastro hoch oben über dem Hafenort Mandraki erreichen wir über eine schmale Asphaltstraße, die von der Uferstraße vor Mandraki abbiegt. Palekastro nennen die Einheimischen die eindrucksvollen Überreste der antiken Akropolis von Nissyros. Auf über 100 m Länge ist dort ein bis zu 6 m hoher und 4 m dicker Abschnitt der antiken Stadtmauer erhalten geblieben. Die riesigen Quader aus vulkanischem Gestein sind sorgfältig behauen und geben der Mauer trotz Erbebeneinflüssen immer noch eine gute Stabilität. Sehr exakt ist auch die Treppe gearbeitet, die hinter dem gut erhaltenen Stadttor auf die Mauer hinaufführt. Der Rundgang auf der Mauer gewährt einen fantastischen Ausblick auf die umliegende Inselwelt.

Nisyros -Kloster Evangelistrias Auf nur dürftig befestigten Wegen geht es in einer landschaftlich reizvollen Gegend weiter hinauf zum Kloster Evangelistrias. Einsam liegt der kleine schön renovierte Bau am Ende der Straße. Der Klosterschlüssel, in einer Mauerspalte neben der Türe, erlaubt einen Blick in das Heiligtum. Zurück auf der serpentinenreichen Bergstraße, geht es nun hinunter nach Mandraki.

Nisyros -Mandraki Wallfahrtskirche Panagia Spiliani Am Hafen Mandraki empfangen uns hunderte von Touristen welche zu einem Tagesausflug von Kos hier angelandet werden. Der Ort selber ist vom Hafen noch nicht zu sehen. Eine schmale Straße führt vom Kai ins Dorf hinein, und endet dann an einer kleinen Platia wo wir unsere Roller parken. Parallel zur Küste geht es autofrei weiter vorbei am alten Hafenvon Mandraki bis zum Fußweg hinauf zur Wallfahrtskirche Panagia Spiliani. Blendend weiß gekalkt thront sie auf dem 135 m hohen Lavafelsen über dem alten Hafen und dem Ort.

Da die Touriströme geschlossen wie eine Ziegenherde den Fels erklimmen, bevorzugen wir den relaxten Bummel durch die beschaulichen Gassen des Dorfes. Nahe dem steinigen Strand mit seiner tosenden Brandung findet sich ein lauschiges Plätzchen. Die von der Tavernenwirtin angepriesene Fischsuppe mundet vorzüglich, lockt aber auch umgehend die Katzengemeinde an unseren Tisch. Wer kann bei den leuchtenden Augen schon nein sagen! Die Fischreste wechseln so schnell und ohne Restspuren in die hungrigen Katzenmägen.

Zurück im Hafen Pali, noch ein Abstecher an unserem liebgewonnen Strand Pachia Ammos, ist das Resümee einhellig. Diese Sturmpause hat uns den Reiz der Insel aufgezeigt und uns mit tollen Eindrücken beglückt.

Als Jürgen nun noch seine Mundharmonika auspackt und alle mehr oder weniger gelungen in die Lieder einstimmen, ist einzig der Liederfundus verbesserungsfähig. Weihnachtslieder zusammen mit Ouzo im Juni da müssen wir noch nachbessern!

Fotogalerie Nisyros

Diese Seite weiterempfehlen

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*