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Serifos

Serifos ist eine Kykladeninsel wie aus dem Bilderbuch. Ein weiter Strand umrahmt die Bucht von Livadi, in der auch die Fährschiffe anlegen, und weißleuchtend ragt die Chora auf dem früheren Burgberg empor. Aber auch das Hinterland der Insel hat einiges zu bieten. Wer hier an Land geht, wird seinen Entschluss nicht bereuen. Die fast runde Insel Serifos schließt die Reihe der westlichen Kykladen zwischen Kythnos und Sifnos. Ihren Südteil schneiden drei tiefe Buchten ein, deren östliche der Insel als Hafen dient.

Strände

Livadi (Ortsstrand): 1,5 km lange Sandbucht, schönster Teil an der Nordost-Seite, schattig durch Tamariskenbäume, Tavernen; Livadaki:  von Livadi 1 km: zwei Sandstrände, Taverne, schattig; Kendarchos:  bei KaIlistost: Steinstrand; Psili  Ammos:  (zu Fuß 40 Min.:) feiner Sandstrand (600 m), Taverne, dahinter Sandstrand Ag.  Inannis; Kontalas:  ca. 700 m Sand-Kies-Strand; Ganema und Vagia:  zu Fuß 15 Min. von Koutalas: zwei Sandstrände, Taverne.

Essen

Restaurants in Chora: O Petros: Empfehlenswerte Taverne an der Platia mit den Windmühlen. Zu einheimischen Gerichten schenkt Wirt Petros vorzügliche Serifos- Landweine aus.

in Livadi: Stamatis: Gutes Restaurant am Scheitelpunkt der Bucht. Reiche Auswahl an vegetarischen Gerichten sowie rosafarbige Serifos- Hühnchen – unvergleichbar im Geschmack, denn sie stammen nicht aus einer Athener Hühnerfarm und wurden nicht gemästet. Margaritas:  Urgriechische Taverne am nördlichen Buchtende, fast schon eine Institution auf der Insel. Man sitzt sehr schön unter zwei alten Tamarisken und genießt einen traumhaften Ausblick zur Chora und über die weite Bucht.

Inselspezialität:   Loutsa, eine luftgetrocknete Wurst mit Fleischstückchen vom Schweinefilet.

Abends: Kastro Club: Musikbar in Livadi über dem Fähranleger.

Inselinfo

Map SerifosIn der griechischen Mythologie galt Serifos als Heimat von Perseus, dem es gelang, die fürchterliche Medusa zu töten. Als er das abgeschlagene Haupt auf die Insel brachte, soll sie zu Stein erstarrt und kahl und unfruchtbar geworden sein. Tatsächlich bietet das vorwiegend bergige Gelände der Insel nur wenig für die Landwirtschaft nutzbare Fläche; nur hinter der Hafenbucht von Livadi breitet sich eine aufgrund relativ ergiebiger Quellen fruchtbare Ebene aus, die als Acker- und Gartenland genutzt wird. Wichtigster landwirtschaftlicher Produktionszweig ist der Weinbau. Die Insel bringt einen kräftigen, ungespritzten Rotwein hervor.

Schon in der Antike wurde auf Serifos Kupfer abgebaut, im Mittelalter und verstärkt seit der Unabhängigkeit förderte man dann Eisenerz, das die Insel im Südwesten bei Koutalas und weiter östlich bei Megab  Livadi in reichen Lagerstätten besaß. In den Bergbausiedlungen, die heute praktisch unbewohnt sind, lebten damals Hunderte von Menschen. Wegen zu hoher Transportkosten wurde die Eisenerzförderung vor gut 20 Jahren aufgegeben.

Der Fremdenverkehr konzentriert sich fast ausschließlich auf die Hafenbucht von Livadi, mit einem 1 km langen Sandstrand, denn in den anderen Orten der Insel gibt es kaum Unterkünfte. In Livadi findet man kleine Hotels, Pensionen und Privatzimmer.

Serifos (Chora)

Von Livadi führt die asphaltierte Straße in Serpentinen zur wichtigsten Sehenswürdigkeit der Insel, der Chora. Zwei Taxis und zwei Busse verkehren auf dieser Strecke, empfehlenswert ist aber auch der Fußmarsch über den alten Stufenweg mit einer schönen Aussicht über die Hafenbucht (30 Min.). Serifos- Stadt verfügt nur über wenige Privatunterkünfte. Der Ort, in dem gut die Hälfte der Bewohner von Serifos lebt, teilt sich in eine Unter- und eine Oberstadt, wobei man letztere vom Hafen aus nicht sehen kann.

Der Aufstieg durch die engen, stillen Gassen führt zunächst zum Dorfplatz der Unterstadt, der von der Evangelistria- Kirche beherrscht wird. Danach erreicht man den Mühlenplatz mit der Endhaltestelle des Busses, um den sich einige Kafenia, Tavernen und Läden gruppieren. Von dem Platz aus führt ein Treppenweg hinauf zum Kastro- Fels. Rings um die Kuppe verläuft die alte Befestigungsmauer, in deren Schutz einst die mittelalterliche Stadt lag. Sehenswert ist auch die Mitropolis Ag. Athanasios neben dem alten Rathaus, die zu Beginn des 19. Jhs. auf den Fundamenten einer älteren Kirche errichtet wurde. Sie besitzt ein schönes holzgeschnitztes Templon und eine wertvolle Marienikone. In einem Seitentrakt des Rathauses ist ein kleines archäologisches Museum mit Funden vom Kastro­Hügel aus der römischen Epoche untergebracht 

Der Inselsüden

Die Fahrt auf Asphaltstraßen in den Südwesten, der ehemaligen Berg­bauregion der Insel, führt zunächst an der chora vorbei ein Stück weit in den Norden. Nach 3 km trifft man dann auf eine Abzweigung nach links. Nun verläuft die Straße hoch am Profitis-llias-Berg und ge­währt  phantastische  Panorama-blicke über die rauhen, macchia­bewachsenen Hänge auf die Küste. Schließlich senkt sie sich zu den einstigen Bergbausiedlungen Me­gab Chorio, Koutalas und Megab Livadi hinab. Schneller, aber zum Teil auf Erdpisten, gelangt man über Ramos und die Südküste in die Koutalas- Bucht.

Obwohl sich der Südwesten der Insel landschaftlich wenig reizvoll präsentiert,  lohnt die  Koutalas­ Bucht einen Ausflug, denn sie besitzt einige schöne Strände.
Auf dem Kiklops-Kap südlich des Ortes Megalo Livadi finden sich die Ruinen des hellenistischen Rundturms Psaropyrgos. Das Kap ist nach dem Zyklopen Polyphem benannt, dessen angebliche Wohnhöhle vor ca. 80 Jahren zufällig wiederentdeckt wurde, als man dort Eisenerz abbaute. Der Eingang zu der nur schwer erreichbaren Koutala- Höhle liegt südlich unterhalb des Klosters Evangelistria (10 km von der Chora entfernt,). Die zweite Grotte birgt Stalaktiten sowie eine Stalagmitengruppe. Auf dem  Boden  sind Scherben und Knochen zu sehen, die in den Kalkstein fest eingebacken sind.

Der Inselnorden

Biegt man an der Gabelung nördlich der Chora nach rechts ab, gelangt man in den interessanteren Nordteil von Serifos. Der malerische Ort Panagia besitzt mit der um  950 gegründeten  Panagia­ Kirche am Dorfplatz das älteste Gotteshaus der Insel. Das Innere schmücken einige Reste schöner Wandmalereien aus dem 13. Jh. und eine alte Ikone, die die Entschlafung der Muttergottes darstellt und mit Silberoklad überzogen ist.

Anschließend führt eine Piste nach Nordwesten zur kleinen Hafen- und Badebucht Sykamia mit Restaurant und Fischtaverne. Über den unbewohnten Weiler Pyrgos erreicht man das kleine Bergdorf Galani, das wegen eines sehr ursprünglichen Kafenions und dem wunderschönen Blick über die Talhänge mit ihren Taubenhäusern einen Besuch wert ist.

Nordöstlich von Galani liegt das kleine, befestigte Taxiarchis- KIoster. Mit seiner 8 bis 10 m hohen Außenmauer sieht es von weitem eher wie eine Burg aus. Noch während der Türkenherrschaft wurde das Kloster von 60 Mönchen bewohnt, heute wird es von einem einzigen Gläubigen allein verwaltet. Im Hof steht eine prächtige, den Erzengeln Michael und Gabriel geweihte Kapelle, deren Innenraum reich geschmückt ist. Unterhalb des Klosters endet die Straße bei Kallistos, einem stillen Hangdorf mit Aussicht über die Kendarchos-Bucht.

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