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    • Klaus: Bin gerade aus dem Algäu zurück und habe dort mit...
    • Ursula Mörsdorf: Hallo ist es möglich eine Alpe zu Pachten
    • Klaus: Grundsätzlich teile ich Deine Meinung zu...
    • Werner: Kann ich NICHT bestätigen! Ich war letzte Woche...
    • Mathias: Danke, perfekt, so schnell hat noch selten etwas...

Milos

Vulkane haben die gekrümmte Insel geformt. Thermalquellen und heiße Dämpfe, die an manchen Stellen unerwartet aus der Erde schießen, erinnern noch daran. Milos besitzt viele Bodenschätze, darunter spezielle Tonerde, Porzellanerde und vulkanisches Glas. Die Bevölkerung lebt nicht vom Tourismus – Milos ist daher ursprünglicher als die meisten anderen Kykladeninseln. 

Milos ist die südlichste der West-Kykladen, eine vulkanische Insel, die besonders wegen ihrer reichen Bodenschätze und ihrer Hufeisenform bemerkenswert ist. Ihre Geschichte und Kultur lässt sich mit der kretischen vergleichen und wie diese über 5000 Jahre zurückverfolgen. Untrennbar mit ihrem Namen verbunden ist die berühmte Aphrodite- Statue (‘Venus von Milo’), die hier im 19. Jh. im Sand vergraben gefunden wurde und heute im Pariser Louvre zu bewundern ist.

Adamas, einer der sichersten Naturhäfen der Ägäis, ist ein besonders malerischer Ort mit seinen weißgetünchten Häusern, den mit Steinplatten ausgelegten Straßen, den blumenüberladenen Balkonen und oft besungenen wohlriechenden Tamarisken.
Die heutige Hauptstadt Pláka (amtl. Milos) liegt auf einem Plateau über dem Meer, überragt von den Resten eines Kastells. In dem typischen Kykladendorf sind besonders drei Kirchen sehenswert: ‘Panagia Korfiatissa’, ‘Panagia Thalassistra’ und ‘Panagia Schniotissa’ bzw ‘Messa Panagia’. 

Im Archäologischen Museum ist abgesehen von Funden aus verschiedenen Epochen auch eine Kopie der Venus-Statue ausgestellt. Das Historische und Volkskundemuseum gibt einen Überblick über die Volkskunst, der hier vorkommenden Mineralien und die Geschichte der Insel anhand von Fotos und Dokumenten. 

An der NO-Spitze liegt der moderne Badeort Pollonia (oder Apollonia). 3 km von hier, bei Filakópi, befand sich in minoischer Zeit ein bedeutendes Handelszentrum. Bei den Ausgrabungen wurden drei aufeinanderfolgende Städte freigelegt. Neben der archäologischen Stätte die fantastische Papafranga-Grotte, und an der Südspitze befindet sich die Seehöhle ‘Kieftika’.

Die bedeutendste Sehenswürdigkeit von Milos aber sind zweifellos die frühchristlichen Katakomben (heute zugänglich) beim Dorf Klima (2 km von Plaka).

Schöne Badestrände mit kristallklarem Wasser gibt es bei Chivadolimni, Pollonia, Adamas, Emborio, Provatas, Palichori und Agia Kyriaki, und da Milos außer seinen Sehenswürdigkeiten, zu denen auch die kleinen vorgelagerten Inseln Antimilos, Arkadies (oder Arkouda) und Glaronissia zählen, über eine gute touristische Infrastruktur verfügt, nehmen es immer mehr Reiseveranstalter in ihr Programm auf.

Milos die leuchtende

Kapetánios Neagros rückt sein Holzschemelchen noch näher an meine Bank unter den Tamarisken des Ortes Klima, und ich kann meinen Blick nicht mehr von seinen Händen wenden: Groß sind sie, rau, schroff und so aufgerissen wie die Felsenküste von Milos. Es sind die Hände eines Fischers, die jahrzehntelang Ankertaue und Netze hielten. »Bis nach Indien bin ich gereist!», sagt der Kapitän stolz, da hat er Englisch gelernt, und heute verschwatzt er den Nachmittag mit den vereinzelten Fremden, die neugierig durch die große giftgrüne Doppelholztür in sein Wohnzimmer treten. So eng sind die Häuschen von Klima zwischen Meer und Fels in die schmale frühere Piratenbucht gepresst, dass sie nur Platz für zwei Zimmer lassen – im ersten Stock schläft die ganze Familie, im Parterre, auf Höhe des Strandes, liegt das Wohnzimmer. Mittendrin steht das Fischerboot, aber neben der Schraube ist immer noch genug Platz für Blümchensofa, Katzen und Küchenzeile. Da legt Mama Margarita gerade die runden, dicken Auberginenscheiben in das zischende, selbst gepresste Olivenöl, und Kapetánios Neagros erzählt von früher, als die Piraten noch die Herren von Klíma waren, als hätte er das alles selbst erlebt. »Noch als ich ein Kind war, da hatten die Katakomben, wo sich die Menschen vor ihnen versteckten, keinen Eingang. Wir krochen durch ein winziges Loch in der Decke, und brrrrr«, Neagros schüttelt sich, »innen war alles voll kleiner Vampire.» Das Wort für Fledermaus ist ihm gerade entfallen. »Oh, wie hatte ich Angst!» Ob wir die Katakomben schon gesehen hätten, die in den weichen Tuffstein gehauenen frühchristlichen Friedhöfe, die größten von ganz Griechenland? »Da musst du hin», ruft er, »und natürlich auch zur Venus!» Ach ja, die Venus. jeder kennt den Namen Milos durch die Venus, aber wenige machen sich auf, zu sehen, wo sie herkommt. Gott sei Dank. Die steinerne Göttin der Liebe und der Schönheit wurde 1820 von einem Bauern direkt über den Katakomben gefunden. Von der berühmtesten Statue der Welt ist Milos nur eine Kopie fürs Museum geblieben. Aber alles andere auf der Insel ist Original: die Tavernen, die Buchten, die Farben. Dort, wo die Erde aufgerissen ist, leuchtet sie rot und weiß. Unter ihrer Oberfläche in 1100 Meter Tiefe glüht Lava; die Insel ist reich an Bodenschätzen. Die Milesen leben deshalb vom Bergbau, erst seit wenigen Jahren auch ein bisschen vom Tourismus. Die Zweige der Tamarisken schwingen im Takt der Wellen, von irgendwoher geben Bouzoukiklänge den Rhythmus vor, und der Kapetánios sinniert mit Blick auf das kristallklare Wasser, wo wohl die Arme der Venus geblieben sind. Er hält es immer noch für einen Skandal, dass die Franzosen die Venus in den Louvre entführten: »Bei uns war noch alles dran!» Auf nicht mehr erhaltenen Zeichnungen hielt die Schöne angeblich sogar einen Apfel in den Händen, auf dem Weg nach Paris verlor sie beide Arme. »Vermutlich», so der Kapetánios, »weil sie sich so sehr an Milos festklammerte. Denn wer erst einmal da war, wird es nie wieder verlassen wollen.» (gefunden in GEO SAISON)

Essen

Frischer Fisch ist auf Milos wie auf vielen griechischen Inseln – extrem teuer (ab 25 EURO pro Kilo). Absurderweise ist der gefrorene importierte Fisch wegen der leer gefischten Gewässer sogar billiger. Kleine Warnung: Die zahlreichen Tavernen direkt an der Male von Adámas bestechen nur durch ihre Lage, sicher nicht durch ihr Essen. 

Sirocco, direkt am Strand von Poliochóri an der Ostküste, Tel. 31201. Vor dem Lokal sprudelt eine Thermalquelle im Sand. Wenn man will, wird das Essen dort in der Erde versenkt und langsam im heißen Boden gegart (vorbestellen und Zeit mitbringen). Spezialität des Hauses: wilde Ziege. 

Taverna Embourios, direkt am Meer in Embouriós auf der Westhälfte der Insel, Tel. 21389. Die originellste Taverne der ganzen Insel, halb Wohnzimmer, halb Gasthaus, alles kunterbunt in Rot, Gelb, Blau und Grün gestrichen. Panoramablick auf Pláka und Adámas auf der anderen Seite der Bucht.

ACHTUNG: Wie ich erfahren habe ist der Wirt Manolis Koliarakis, die Seele der Taverne Embourios, leider verstorben. Falls jemand in letzter Zeit dort war würde ich mich über ein Feedback bezüglich Status der Taverne und ob sie immer noch empfehlenswert ist freuen. Da in 2004 auch umfangreiche Umbaumaßnahmen im Ort gestartet wurden, benötige ich auch dazu Rückmeldungen. Leider bin ich dieses Jahr auf anderen Inseln unterwegs und bin deshalb auf solche Infos zwecks Aktualität angewiesen.

Ausflüge

Rundtour mit dem Boot: Die schönste Art, die Insel zu entdecken. Bei gutem Wetter fährt am Morgen um 9 Uhr direkt am Hafen von Adámas ein Schiff los. Badestopps bei den spektakulären Felsen von KIéftiko und Glaroníssia, den vorgelagerten Inseln im Norden, Lunch auf der winzigen Nachbarinsel Kimolos. Der Ausflug dauert bis zum Abend und kostet pro Person 16 Euro. 

Pláka, etwa 5 Kilometer nordwestlich von Adámos. Bergdorf mit schneeweißer Kykladen-Architektur, verwinkelten Gassen, von Baugainvilleen umrankten Tavernen. Von der Hauptkirche aus hübscher Blick über den Golf. Im Archäologischen Museum stehen Funde vom Neolithikum bis zur römischen Besetzung und die Kopie der berühmten armlosen, über 2000 Jahre alten „Venus von Milo”. Daneben das originell eingerichtete Historische Volkskundemuseum, klein und informativ. 

Tripití, unterhalb von Pláka. Spärliche Ruinen und das Amphitheater von Alt Milos. Hier wurde sie von einem Bauern gefunden, die Venus – eine Marmortafel erinnert daran. 

Katakomben, von Tripití die Straße weiter Richtung Küste. Im dritten Jahrhundert, als der christliche Glaube verboten war, konnten die Gläubigen ihre Toten nur heimlich bestatten. Die Gräber wurden in den Tuff gehauen. Wie ein Schweizer Käse präsentiert sich deshalb heute die Küste. Die Höhlen kann man besichtigen. 

Pollónia, an der Nordostspitze. Kleines Dorf, wenig los. Archäologie-Fans können etwa 4 Kilometer südlich in Filak?pi die neuesten Funde der Ausgrabungen besichtigen, an denen regelmäßig gearbeitet wird. 

Ágios loánnis Theológos oder Siderianós, auf der Westhälfte der Insel ganz im Südwesten. Siderianós heißt „der Eiserne”: Der Legende nach hielt die hölzerne Kirchentür einst einer Piratenattacke stand, als wäre sie aus Metall. Und als bei einem weiteren Überfall ein Pirat auf die Kanzel kletterte und auf die Pilger in der Kirche schießen wollte, geschah erneut ein Wunder: Ihm gefror die Hand, und die Pistole zerschellte in der Kirche. Ihre Überreste sind in einer Vitrine zu bestaunen. Die Fahrt auf ungeteerten Pisten in den kaum besiedelten Westen der Insel ist sehr zu empfehlen: wilde Felslandschaft, zahlreiche Buchten.

Strände

Sarakíniko, nordwestlich von Pláka. Gleißend weiße, beeindruckende Bimsstein-Felsenlandschaft mit einem sehr kleinen Sandstrand. Paliochóri, im Südosten. Gleich drei gute Strände ziehen sich an bis zu 40 Meter hohen leuchtend roten Felswänden entlang, am äußersten Ende fließt heißes Wasser aus einer Thermalquelle. Die Tavernen in der Nähe vermieten auch Privatzimmer. Firopótamos, nördlich von Pláka. Tiefe und einsame Bucht zwischen hohen, weißen Felsen.

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2 Kommentare zu -Milos

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